Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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lasmuseum Weißwasser !

Museum

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Historie

Der Förderverein „Glasmuseum Weißwasser" e. V.  wurde am 08. Juni 1993 gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Weißwasser erfolgte am 12.11.93.  Als Vereinszweck ist in der  Satzung festgelegt, dass den Besuchern die Herstellung des Glases und der Glaserzeugnisse in den verschiedenen Epochen in Weißwasser nahe gebracht werden soll. Damit sollte ein Jahrzehnte langer Wunsch der Bürger von Weißwasser und aller in Familientradition in der Glasindustrie Beschäftigten in Erfüllung gehen. Es verwundert nicht, dass der Förderverein bald über 60 Mitglieder hatte (Beitrittsformular hier downloaden), die zumeist jahrelang in der Glasindustrie tätig waren und bei der Realisierung auf vielfältigste Art und Weise mithelfen wollten. 

Im Spätherbst 1994 entstand in der ehemaligen Gelsdorfvilla die erste Ausstellung des Fördervereins für die Bürger von Weißwasser. Am 03.06.1996 wurde ein funktionsfähiges Glasmuseum anlässlich der Festwoche „444 Jahre Ersterwähnung Weißwasser“ vom Förderverein offiziell an die Stadt Weißwasser übergeben.

Von den Mitgliedern des Fördervereins sind für den Aufbau des Glasmuseums insgesamt ca. 40.000 Stunden ehrenamtlich und freiwillig geleistet worden. Es ist also durch das Wirken des Fördervereins ein Fachmuseum entstanden, dessen Qualität bezüglich der wissenschaftlichen, gestalterischen und museumspädagogischen Konzeption dem Förderverein „Glasmuseum Weißwasser“  von offizieller Seite kaum jemand zugetraut hatte.

Das Glasmuseum entspricht als Fachmuseum den Anforderungen der Fachleute, die bezüglich der wissenschaftlich-technisch/technologischen und gestalterischen Prinzipien Antworten erhalten. Es entspricht aber auch aufgrund der museumspädagogischen Realisierung dem Anliegen der Nichtfachleute, die sich einfach an der schönen Formgebung bzw. an den Veredlungsvarianten erfreuen wollen.

Um die aus dem Vereinszweck des Fördervereins resultierenden Aufgaben effektiv und mit hohem Wirkungsgrad lösen zu können, wurden sofort nach Vereinsgründung Arbeitsgruppen (AG) gebildet, von denen die für den Aufbau und die Vervollkommnung des Glasmuseums wichtigsten heute noch bestehen. Die AG Gestalten/Bewerten hat das Ziel, die typischen Glaserzeugnisse aus den Glas produzierenden Unternehmen, aber auch aus privater Hand, zusammenzutragen und zu bewerten.

Die AG Chronik hat die Aufgabe, insbesondere die heimatkundliche Abteilung zu betreuen. Die Hauptaufgabe dieser AG ist es, das beschreibende Material aufzuarbeiten und gestalterisch im Glasmuseum einzuordnen. 

In einem Glasmuseum, das vornehmlich Gläser im weitesten Sinne in der ständigen Ausstellung präsentiert, muss natürlich auch der Herstellungsprozess der Gläser dargestellt sein. Die AG Technologie verfolgt das Ziel, die Rohstoffe, Schmelzaggregate, Vorrichtungen zur Weiterverarbeitung und Veredlung von Glaserzeugnissen usw. dem Museumsbesucher nahe zu bringen und die Verbindung zu den Glaserzeugnissen herzustellen.

Das Glasmuseum Weißwasser hat sich seit 1996 sehr erfolgreich entwickelt.  Viele der Gründungsmitglieder des Fördervereins haben mittlerweile ein respektables Alter erreicht und deshalb werden Freunde des Glases dringend  gesucht, die uns bei der Bewältigung der zahlreichen Aufgaben zur Qualitätssicherung und -verbesserung der Ausstellung unterstützen (siehe hierzu auch den vollständigen Beitrag von Wolfgang Hoyer in den Neusten Nachrichten Nr. 8).

(Auf den Bildern sind einige der wichtigsten "Macher" zu sehen.)

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Leitbild des Glasmuseums:
"Die Menschen von hier haben Glas geformt und das Glas die Menschen" (Manfred Schäfer)

Im Glasmuseum Weißwasser wird die Geschichte von über 140 Jahren Glasindustrie in Weißwasser und der Lausitz gesammelt, bewahrt, präsentiert, erforscht und vermittelt.

Um 1900 entwickelte sich die Stadt zum größten Glasindustriestandort und Glühlampenproduzenten der Welt und verfügte mit elf Glashütten über die größte Konzentration an Glashütten an einem Ort in Europa. Um 1900 arbeiteten etwa 75% der Einwohner in der Glasindustrie. 1903 wurde hier sogar der Weltkongress der Glasindustrie abgehalten. Heute liefert das Glasmuseum, seine Ausstellung und museumspädagogischen Angebote ‐ auch Dank des Fachwissen seiner Fördervereinsmitglieder ‐ aktuelle Antworten auf wissenschaftliche, technische und gestalterische Fragen des Glases. Es ist das einzige seiner Art in Sachsen und wurde in die Route der Industriekultur der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH aufgenommen.

Das Glasmuseum Weißwasser ist ein Industriemuseum. Jedoch hat sich die Museumslandschaft seit seiner Eröffnung 1996 stark verändert, ebenso der Begriff der Industriekultur. Für die Relevanz des Museum bedeutet das, dass es eine Entwicklung seiner Inhalte und der Präsentation dieser geben muss. Neben der Technikgeschichte werden verstärkt die Kultur‐ und Sozialgeschichte der Menschen in der Industriegesellschaft gestern und heute in den Blick genommen ‐ ihr Alltag, ihre Lebens‐ und Arbeitsbedingungen. Einen anderen, neuen Schwerpunkt nimmt die künstlerisch-wissenschaftliche Perspektive mit der Frage nach der intellektuellen Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Industrialisierung ein ‐ z.B. der Umgang mit der Umwelt, Ressourcen und Produkten. Dieser Ansatz knüpft eine Verbindung zur gegenwärtigen Lebenswelt der Besucher und damit die Möglichkeit des emotionalen Verstehens und Lernens für die Zukunft.

Perspektivisch hat sich das Glasmuseum die Aufgabe gestellt, verschiedene Akteure miteinander zu vernetzten, ihnen Raum zum Austausch zu bieten und ihre Wünsche und Erfahrungen in die Museumsarbeit einfließen zu lassen. Durch diese Öffnung werden vielfältige Perspektiven auf historische Ereignisse gewonnen und damit der Tatsache Rechnung getragen, dass die Glasindustriegeschichte Weißwassers mit der Gegenwart und Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner verwoben ist.

Das Glasmuseum Weißwasser verpflichtet sich sowohl in seiner inhaltlichen Arbeit als auch in seinem Qualitätsmanagement den Standards und Werten des Deutschen Museumsbunds und des International Council of Museums. Es versteht sich somit als „gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung, im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien‐, Bildungs‐ und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“. Als Bildungs‐ und Erlebnisort trägt es zur sozialen und kulturellen Qualität in Weißwasser und Region bei.

(Aus dem Entwicklungskonzept für das Glasmuseum von Ch. Lehmann)
 


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:22.02.2018
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