Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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So teuer wird der Eintritt ins Glasmuseum
Der Besuch in der ehemaligen Fabrikantenvilla ist viel zu billig. Nicht alle teilen diese Meinung.

Von Thomas Staudt
 



Bernd Frommelt ist ein vergleichsweise fleißiger Museumsbesucher. Wie attraktiv die Einrichtungen in Sagar, in Bad Muskau oder auch in Görlitz sind, weiß der Leiter der Station Junger Techniker und Stadtrat (KJiK) sehr wohl. „Unser Glasmuseum in Weißwasser ist toll. Aber mit den anderen Museen in der Region kann es nicht ganz mithalten“, meint er. Deshalb hat er sich auch gegen eine Erhöhung der Eintrittspreise ausgesprochen – von zwei auf vier Euro. Das Glasmuseum ist in städtischer Hand. Die Initiative zur Erhöhung der Eintrittspreise kommt denn auch aus der Verwaltung. Sie ist Teil des vor einem Jahr beschlossenen Haushaltssicherungskonzepts.

Dass tatsächlich Handlungsbedarf besteht, zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen. Im vergangenen Jahr verschlang die Betreibung 133000 Euro. Drei Viertel davon schoss die Stadt zu. Bis 2018 ist zudem mit einer Kostensteigerung um 20 000 Euro zu rechnen. Daneben wirken die Einnahmen geradezu einschüchternd schmal. 37000 Euro verbuchte das Museum auf der Habenseite, davon 32000 Euro Förderung durch den Kulturraum. Die Eintrittsgelder spielten bei 3350 Besuchern gerade einmal 5000 Euro ein. Aber nicht deshalb müssen die Zahlen aufhorchen lassen. Die Kulturförderung ist fast überall ein Zuschussgeschäft, und nicht selten ein wesentlich schlechteres als beim Glasmuseum. Aber Weißwasser muss sparen, um sich künftig finanzielle Spielräume zu erhalten. Der Stadtrat scheint das erkannt zu haben und lehnte in der Sitzung am Mittwoch sowohl den Antrag von Bernd Frommelt, als auch den von Kathrin Jung (SPD) ab. Damit zahlen Erwachsene statt zwei künftig vier Euro Eintritt. Die Preise erhöhen sich aber auf fast allen Positionen. Nur bei den Tarifen für Kinder ändert sich nichts.

Karl-Heinz Melcher vom Referat Kultur, Bildung und Soziales rechtfertigte die Erhöhung mit dem Hinweis auf Aussagen von auswärtigen Besuchern. Zu ihnen gehört Dirk Wilking, der ehemalige Leiter des Textilmuseums Forst. Er erklärte die Preise für das Glasmuseum für viel zu gering. Die Einwände gegen die Erhöhung sind dennoch nachvollziehbar. Jung und Frommelt befürchten Einbrüche bei den Besucherzahlen. So soll ein Veranstalter von Busreisen bereits angekündigt haben, im Fall von weiteren Erhöhungen den Tourenplan neu zu überdenken und den Besuch des Glasmuseums gegebenenfalls streichen zu wollen. Der Förderverein des Glasmuseums hält die Erhöhungen dagegen für vertretbar. Wenn die Diskussion eines deutlich macht, so dies, dass Weißwasser auf Dauer nicht darum herum kommt, das Museum aufzuwerten. Dirk Rohrbach (Klartext) könnte sich dazu eine Kooperation von Museen vorstellen, wie sie etwa in Stralsund schon existiert. Doch dies wird nicht reichen. Nur eine Neukonzeption mit dem Fokus auf den in den 30er Jahren in Weißwasser tätigen Bauhäusler Wilhelm Wagenfeld kann die Attraktivität des
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dauerhaft steigern, so unter anderem der Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“, Rolf Kuhn.

 

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 01.06.2013


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 07.06.2013


 

Hat die Eintrittspreise fest im Blick: Museumsleiterin Elvira Rauch mit einer alten und einer neuen Eintrittskarte. Die neuen Preise gelten ab 1. Juli.
Foto: A. Schulze