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Weißwassers Denkmalschützer setzen sich Sanierungsziele

Von Daniel Preikschat


Die achtköpfige Denkmal-Kommission in Weißwasser will auch im neuen Jahr sanierungsbedürftige Denkmäler retten. Oben auf der Liste steht der Eingang zum alten Friedhof in der Jahnstraße und die Stele zum Gedenken an die Opfer des Faschismus auf dem Hauptfriedhof.

Daneben soll zumindest das erste von zwei Denkmalbüchern für Weißwasser fertig werden.

Von den meisten Passanten kaum beachtet liegt der alte Friedhof zwischen den beiden Gleisübergängen in der Jahnstraße. Das könnte sich im Laufe des neuen Jahres ändern. Die Denkmal-Kommission Weißwasser nämlich will den 1880 errichteten Eingang sanieren lassen. „Das ist eines unserer wichtigsten Ziele“, sagt Günter Segger, Vorsitzender der Kommission. Die gebrannten und teilweise glasierten Ziegel der Steinsäulen seien stark angegriffen. Außerdem fehlt das Eingangstor. Das schmiedeeiserne Original, so Segger, sei bereits während des Zweiten Weltkriegs ausgebaut und wahrscheinlich eingeschmolzen worden. Von der Nachbildung aus Holz, ebenfalls seit Langem verschwunden, gebe es immerhin Fotos. „Die sind für uns sehr wertvoll, um eine Nachbildung anfertigen zu lassen“, erklärt der Denkmalschützer. Außerdem stark sanierungsbedürftig sei die Stele für die Opfer des Faschismus auf dem Hauptfriedhof der Stadt. „Hier sind wir schon in der Planung“, so Segger.

Gut vorangekommen sei die Arbeit an dem ersten Denkmalbuch für die Stadt Weißwasser. Auf je einer Doppelseite würden alle Denkmale südlich der Bahnlinie beschrieben. Dabei sei man in der Kommission mit den Figuren schon fertig. Schwieriger gestalte es sich, die notwendigen Informationen zu den Gebäuden zusammenzubekommen.

Ein Großteil der Arbeit an dem Buch leiste eine Mitarbeiterin im Glasmuseum Weißwasser, die über eine kommunale Kombilohnstelle bezahlt wird. Noch bis Jahresende 2012 könne man auf sie zurückgreifen, sagt Segger. Bis dahin soll möglichst auch das zweite Denkmalbuch über die Gebäude und figürlichen Darstellungen nördlich der Bahnlinie in druckreifem Zustand sein.

Beide Bände, sagt der Leiter der Denkmal-Kommission, sollen für den Weißwasseraner erschwinglich sein und möglichst nicht mehr als zehn Euro kosten. Über die Auflagen-Stärke müsse man noch nachdenken. Zu klären sei auch, wo die Bücher gedruckt werden können.

Wie begehrt Erklärungen über die Denkmäler sind, habe sich im vergangenen Jahr am Tag des Denkmals gezeigt, der gut besucht war. Überhaupt: „2011 war aus unserer Sicht ein gutes Jahr“, resümiert Günter Segger. Größter Erfolg sei zweifellos die Einweihung der Glasmacherlehrling-Skulptur vor dem Beruflichen Schulungszentrum in Weißwasser gewesen. Hartnäckig habe die Kommission vom Landkreis finanzielle Mittel für die aufwendige Sanierung gefordert und auch zugestanden bekommen. Dabei haben die Weißwasseraner Denkmalschützer selbst den Kontakt zu einem Bildhauer in Görlitz aufgebaut. „Der Mann hat zu günstigen Konditionen sehr gute Arbeit geleistet“, so Segger. Er habe ihn daher auch Peter Barwich empfohlen.

Mit dem Besitzer der Glasfachschule hat Segger kürzlich über den beklagenswerten Zustand der Skulptur vor dem Eingang gesprochen. Dabei habe Barwich Bereitschaft signalisiert, die Figurengruppe sanieren zu lassen. Das müsste, erklärt Segger, vor Ort passieren. Denn die Skulptur lasse sich nicht von ihrem Standort weg bewegen, ohne dass sie dabei zerstört werden würde.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom  02.01.2012


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Aktualisierung:
04.01.2012


 

Der sanierungsbedürftige Eingang zum alten Friedhof in der Weißwasseraner Jahnstraße. 
Foto: J. Rehle