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Grabstätte erinnert an das Schicksal jüdischer Bürger

Von Sabine Larbig


Der Regionalhistoriker und Geschichtskenner der Stadt Weißwasser, Werner Schubert, hielt anlässlich der Grabstätten-Weihe eine Festrede.
Mit dem Kaddisch segnete Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl in einer Festzeremonie in Weißwasser die Grabstätte von 13 jüdischen Bürgern für die Ewigkeit.

Fast 30 Jahre dauerte es, bis die Lage der Begräbnisstätten wieder bekannt war. Seit 2003 bemühte sich die Denkmalkommission um ihre Erneuerung – in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland, der Jüdischen Gemeinde Dresden sowie Stadtverwaltung, örtlichen Vereinen und Bürgern. Entstanden sind Gedenktafel, Gedenkstein und Einfriedung, die das Areal des jüdischen Friedhofs bilden. Er ist Bestandteil des Friedhof-Gedenkpfades für Opfer beider Weltkriege, der NS-Zeit und des Holocaust.

Für Nora Goldenbogen von der Jüdischen Gemeinde Dresden stellt die Grabstätte ein Zeichen für behutsamen und aktiven Umgang mit der Geschichte dar, an dem sich viele Bürger beteiligten. Den geschwisterlichen Umgang der Kirchen und Religionen in Weißwasser lobte auch Pfarrerin Birgit Jung in ihrem Grußwort. „Es ist schön, dass es so einfach sein kann, dass Ihre Väter auch unsere Väter sind.“

Bis zur Reichsprogromnacht 1938 prägten jüdische Bürger die Geschichte, Entwicklung und den Alltag in Weißwasser mit. Dass ihre letzten Spuren, einige Begräbnisstätten, in einer „heimlichen Einebnungsaktion“ im Jahr 1982 verschwanden – um den östlichen Teil des Stadtfriedhofs zur Parkanlage zu gestalten – darüber informierte Regionalhistoriker Werner Schubert. „Während Nachfahren der Bestatteten um Zustimmung zur Umbettung gebeten wurden, fragte man jüdische Institutionen oder Angehörige nicht“, so Schubert.

Mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mahnte Nora Goldenbogen zu Aufmerksamkeit, damit die Stätte „nicht Objekt antisemitischer Schändungen“ werde.


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 02.09.2010


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Aktualisierung: 03.09.2010


 

Auf dem Friedhof existiert die dritte geweihte jüdische Grabstätte Sachsens
Foto: jr