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Verein prüft Kauf von Neufert-Bau
Gespräch mit Eigentümer und Sanierungsträger / Wertgutachten für Glasfachschule

VON Daniel Preikschat
 



Ein neunköpfiger Verein "Neufert-Bau Weißwasser" hat sich am Freitag in Weißwasser gegründet. Ziel ist, das bedeutsame Zeugnis der Industriegeschichte der Stadt behutsam zu sanieren, danach für kulturelle und soziale Zwecke zu nutzen. Beabsichtigt ist auch der Kauf des Baudenkmals.

Für Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) stimmt die Mischung: Vereinsvorsitzender Holger Schmidt und Gregor Schneider sind auswärtige Fachleute für Raumplanung von der Uni Kaiserslautern, Frank Schwarzkopf ist Stadtverein-Vorsitzender, Schmidts Stellvertreter Karl-Heinz Melcher und Anne Petrick gehören zur Denkmal-Kommission, Andreas Nelte ist Geschäftsführer der Telux GmbH. Steffen Müller von der Kunstschmiede, Jan Garreis, Chef des Malerei-Fachbetriebs in direkter Nachbarschaft zum Neufert-Bau, und Pötzsch selbst erweitern die Mitgliederrunde. Planer Roland Ladusch will Mitglied Nummer zehn werden.

Zusammen will die illustre Runde mehr aus dem 1935 nach Plänen Ernst Neuferts erbauten sechsstöckigen Glaslager mit den Hartbrandziegel-Mauern machen als nur eine Fensterbild-Galerie für bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. In der Satzung ist die Rede von sozialen und kulturellen Zwecken, von der Allgemeinheit, für die das Baudenkmal zugänglich sein soll.

Angestrebt, so Pötzsch, werde aber sogar der Erwerb der Immobilie. Dazu sollen nun Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden, dem es bisher nicht gelang, aus dem Neufert-Bau Kapital zu schlagen. Ein Wort mitzureden bei einem Verkauf habe aber auch die TLG-Treuhand Liegenschaftsgesellschaft. Parallel werde geprüft, ob der Verein Fördermittel beantragen kann und mit dem Sanierungsträger Steg abklärt, was möglich ist. Pötzsch könnte sich beispielsweise vorstellen, dass der Neufert-Bau wieder seinen Ursprungszweck erfüllt und als Lagerstätte dienen könnte. Flächen würden derzeit stark nachgefragt.

Mit der Vereinsgründung sei nun auch klar, dass die Stadt selbst die Immobilie nicht kaufen wird. Nach der Ersteigerung von Bahnhofsgebäude und Glasfachschule sei das auch nicht mehr vermittelbar und diskussionswürdig gewesen, so Pötzsch.

Für die Glasfachschule erstelle derzeit der Gutachterausschuss des Landkreises Görlitz ein Wertgutachten, das noch in diesem Jahr vorliegen soll und an das sich die Stadt beim Verkauf orientieren will. Mögliche Käufer, so Pötzsch weiter, interessierten sich derzeit nur für einzelne Gebäudeteile auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück, etwa die Villa und das Hauptgebäude ohne den Teil, der parallel zur Bautzener Straße verläuft. Aus dem Gutachten soll hervorgehen, welche Preise dafür verlangt werden könnten. Dabei stellt der Oberbürgermeister klar: "Wir wollen nichts daran verdienen." Nur die 150 000 Euro Ersteigerungssumme und die Kosten der Grundstückspflege sollen über den Kaufpreis wieder reingeholt werden. Denn dabei handle es sich um Steuergelder.



Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 02.12.2014


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Aktualisierung: 02.12.2014
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Die Bilderfenster-Galerie am Baudenkmal soll erweitert werden, eine weiterreichende Nutzung wird angestrebt.
Foto: D. Preikschat