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Neues Kapitel für das Glasmuseum?
OB: Glasherstellung könnte in der Telux Voraussetzung für Weltkulturerbe erfüllen

VON Christian Köhler


Vor mehr als 20 Jahren ist das Glasmuseum in Weißwasser eröffnet worden. Für 2017 sind wieder mehrere Ausstellungen geplant. Darüber hinaus wird offen über die Zukunft des Glasmuseums nachgedacht. Dabei rückt immer stärker die Telux in den Mittelpunkt der Überlegungen.

Ein ereignisreiches Jahr 2016 liegt hinter dem Glasmuseum Weißwasser und dessen Leiterin Elvira Rauch. "Ein Höhepunkt war mit Sicherheit die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Professor Wilhelm Wagenfeld und die Ausstellung seiner Werke im Glasmuseum", sagt die Leiterin. Insgesamt hat sie im vergangenen Jahr mehr als 3500 Besucher im Museum begrüßen können. Allerdings hat sie gemeinsam mit dem Förderverein des Glasmuseums um dessen Vorsitzenden Horst Fasold und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) den Blick in die Zukunft gerichtet.

Möglicher Umzug in die Telux

"Die Überlegung, dass das Glasmuseum in die Telux zieht, gibt es schon eine Weile", verrät Torsten Pötzsch. Derzeit werde mit Mitteln des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien eine Konzeption für ein mögliches Glasmuseum in der ehemaligen Spezialglasmanufaktur an der Straße der Einheit erstellt. Es soll laut Oberbürgermeister bis Mitte 2017 fertig sein. "Unser Ziel ist es, eines Tages den Titel des Immateriellen Weltkulturerbes für die manuelle Glasherstellung in Weißwasser zu bekommen", schildert das Stadtoberhaupt (siehe Infobox).

Auch der Vorsitzende des Fördervereins des Glasmuseum sieht den Umzug in die ehemaligen Osramwerke als riesen Chance für das Museum und die Stadt. "Dort könnten wir ein Schauofen nutzen und hätten gut 2000 Quadratmeter Platz, alle Gläser auszustellen", erzählt Horst Fasold. Der Förderverein arbeite intensiv mit der Stadtverwaltung an einem tragfähigen Konzept für den Museumsstandort.

Auch Telux-Geschäftsführer Andreas Nelte sieht in dem Vorhaben nur Positives: "Der Bezug zum Glas wäre hier viel stärker als in der Villa, in der das Museum derzeit untergebracht ist", erklärt er. Zudem haben die ehemaligen Teluxmitarbeiter einiges aufgehoben, was vom Museum genutzt werden könnte.

In Weißwasser allerdings müssen für den Umzug einige Voraussetzungen erfüllt werden. Beispielsweise bedarf das Erlebnismuseum einen barrierefreien Zugang für Menschen mit einem Handikap. Ferner müssen Fördergelder akquiriert werden. "Und die Stadträte müssten sich zu dem Vorhaben bekennen", deutet Horst Fasold an. Immerhin waren bei den jüngsten Haushaltsdebatten immer wieder Rufe laut geworden, am Glasmuseum zu sparen.

"Hinter den Kulissen passiert viel", sagt Torsten Pötzsch. So gebe es beispielsweise ebenfalls die Überlegung, ein historisches Archiv einzurichten, sollte das Glasmuseum tatsächlich in die Telux ziehen. "Mit der Mobilen Jugendarbeit, die dort ab 1. Januar ebenfalls ansässig ist, ließen sich dann auch pädagogische Tage für Schulklassen organisieren", schwebt Pötzsch vor. Es hänge ferner vieles davon ab, so erklärte er weiter, was bei einem möglichen Umzug des Museums aus der Villa in der Forster Straße wird, in es derzeit untergebracht ist.

Ausstellungen des Jahres 2017

Unabhängig von den Visionen hat Elvira Rauch die Ausstellungen des neuen Jahres geplant. So ist noch bis Ende Januar die DDR-Spielzeug-Schau zu sehen. "Eine Sonderausstellung zu Weingläsern aus vier Jahrhunderten wird ab dem 17. Februar gezeigt", erzählt die Leiterin. Professor Christian Jentsch, ein bedeutender Fachmann und Glassammler hat diese zusammengestellt. Im März ist eine kleine Ausstellung zu Ehren des 80. Geburtstages von Manfred Schäfer geplant. Ab dem 11. August sollen dann archäologische Funde aus der Region im Weißwasseraner Glasmuseum präsentiert werden.

Zum Thema:
Das Wissen der händischen Glasherstellung durch Praxis, Vernetzung, Dokumentation und Weiterentwicklung wurde als immaterielles Weltkulturerbe 2015 von der Unesco aufgenommen. Glasherstellung schließt sich an 27 anerkannte Traditionen und Wissensformen an. Bisher haben sich drei Museen (Glashütte, Petershagen und Waldsassen) um den Titel beworben.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 2.1.2017


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E-Mail:
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Aktualisierung:
03.01.2017


 

Silvio Schenk, Mitarbeiter im Glasmuseum Weißwasser, zeigt, wie die Kelchwerkstatt im Museum funktioniert.
Foto: Ch. Köhler