Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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Eine leuchtende Sonderschau
Schipkauer Sammler stellt sein Uranglas in Weißwasser aus

Von Martina Arlt



"Uranglas, das unbekannte Glas" heißt es bis zum 4. Mai im Glasmuseum Weißwasser. Hartmut Häring aus Schipkau zeigt in den Vitrinen nur einen Teil seiner umfangreichen Sammlung.

Die Sonderausstellung hat am Freitagabend zahlreiche Besucher angelockt. Sie wollten etwas mehr über Uranglas erfahren. Hans Schaefer vom Förderverein des Glasmuseums hatte gleich Formeln und chemische Verbindungen parat. "Fällt das Wort Uran, denkt fast jeder an Radioaktivität und nicht unbedingt an Glas. Doch ich möchte unsere Besucher beruhigen. Diese schönen Sachen, die hier auf ihren Blick und ihre Würdigung warten, sind alle absolut ungefährlich und werden sie unverstrahlt nach Hause entlassen", so Hans Schaefer.

Zum Thema "Uranglas" heißt es unter anderem bei Wikipedia: Es wird auch als Vaselineglas bezeichnet und ist eine Glasart, welche Uranoxid-Verbindungen als Farbstoff enthält. Diese verleihen dem Uranglas hellgelbe bis hellgrüne transparente Farbtöne. Unter Schwarzlicht beginnen die gelblich bis grünlichen Uran-Oxid-Verbindungen zu fluoreszieren (Leuchtstoff). Die erste Fertigung von Uranglas erfolgte bereits bei den alten Römern. Im 17. und 18. Jahrhundert arbeiteten chinesische Glasmacher an der Herstellung von Uranglas. In großen Mengen wurde Uranglas erst ab dem 19. Jahrhundert produziert. Neben böhmischen Glashütten, galten Frankreich, Belgien, England und die USA als Zentren der Herstellung, ist im Glasmuseum zu erfahren. "Soviel ich weiß, wird in Europa heute kein Uranglas mehr hergestellt. Ein kleiner Teil wohl noch in Amerika und Japan", sagte der Schipkauer Sammler Hartmut Häring.

In Weißwasser zeigt er nur einen Teil seiner gesammelten Werke. Mindestens 650 Glasgegenstände schlummern in seiner Wohnung beziehungsweise in den Kellerräumen. 250 Teile wählte der 68-Jährige für Weißwasser aus. Die meisten Ausstellungsstücke des Sammlers sind bereits 100 oder 200 Jahre alt. Zu den besonderen Stücken gehören das Bäderglas um 1860, ein Parfümflakon um 1870, Uhren um 1930, Körbchen und Likörschalen um 1920.

Als die Vitrinen zur Ausstellungseröffnung mit schwarzem Licht angestrahlt wurden, leuchteten die Glasgegenstände in den schönsten Neonfarben, Uran-grün oder in gelblichen Tönungen. Der Aussteller, der am Freitagabend jederzeit seine LED-Taschenlampe zur Hand hatte, zeigte den Besuchern gern seine gesammelten Werke aus Glas.

Hartmut Häring begann vor 20 Jahren mit der Sammlung von Glas. Seine erste Anschaffung war ein Uran-Weinglas. "Ich handle mit Glas aus drei Jahrzehnten. Ab und zu finde ich dann auch ein schönes Exemplar für mich auf den Tischen der Trödler. Doch den Großteil meiner Sammlung trug ich über Internet zusammen. Für mich sind dann die Preise entscheidend, die Gläser oder Vasen müssen finanziell erschwinglich sein. Heute gibt es viele Sammler, doch wenig Uranglas. Es gibt kein Nachschub", so Hartmut Häring.

Auch seine Frau Christina weiß von seiner Sammler-Leidenschaft zu berichten: "Wenn der Postbote ein Paket bringt, dann weiß ich, es kommt wieder ein Liebhaberstück. Dieses auserwählte Stück hat mein Mann dann übers Internet bestellt. Er hat schon große Freude an diesem Hobby gefunden."

Die Ausstellung in Weißwasser ist für den Schipkauer die erste Präsentation seiner Glas-Gebrauchsgegenstände. Dabei wollte der Kontakt zwischen Sammler und Glasmuseum Weißwasser anfangs nicht so richtig in Gang kommen: "Ich schickte vor Jahren eine CD mit meinen Sachen zum Glasmuseum Weißwasser. Still ruhte der See. Doch nun ging es sehr spontan und ich suchte aus meiner Sammlung besondere Ausstellungsgegenstände heraus", so Hartmut Häring.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 03.02.2014


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 03.02.2014


 

Eine leuchtende Sonderschau Sammler. Hartmut Häring aus Schipkau (r.) und Besucher Ralf-Siegbert Milk schauen sich die Vitrinen in der Sonderschau an.
Foto: M. Arlt