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Glas macht glücklich
Landau-Gymnasiasten entdecken das Museum als Lernort. Was das bedeutet, ist ab sofort in einer Ausstellung zu sehen.

Von André Schulze, Tilo Berger und Thomas Staudt


Hat Kunsthandwerk heute noch goldenen Boden? Diese Frage steht am Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Koproduktion. Als Partner arbeiten Schüler des Landau-Gymnasiums und des Glasmuseums Weißwasser seit diesem Schuljahr Hand in Hand. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Glasmuseums und des Fördervereins untersuchen die künstlerisch interessierten Schüler der 5. bis 11. Klassen im Rahmen des Ganztagsangebots die verschiedenen Seiten des Handwerks. Sie haben sich inzwischen leidenschaftlich und unbefangen an einer Reihe von Techniken ausprobiert, die im direkten Zusammenhang mit der Glasbearbeitung stehen, wie Glasschleifen oder Glasmalerei. Eine der Sitzungen widmete sich außer der Reihe der Pralinenherstellung – dank einer Sonderausstellung, die über den Jahreswechsel im Museum gezeigt wurde. Schokolade macht bekanntlich glücklich. Glas offenbar auch. Einige der jungen Teilnehmer würden die Arbeiten sofort wieder ausprobieren. Thanh Vy muss nicht lange überlegen. Ihr fällt aus dem Stand das Gravieren ein. Isabell hat es eher das Fliesenmalen angetan. Die Begeisterung ist so groß, dass aus diesem Interesse mal ein Berufswunsch werden könnte. Das schließen die Schüler zumindest nicht aus.

Über ihre Erfahrungen mit dem Werkstoff Glas berichteten sie bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag. Die während des Projekts entstandenen Stücke landen vorerst nämlich nicht in der Schule oder zu Hause. Sie werden noch bis Ende Oktober im Glasmuseum präsentiert. Zu sehen sind unter anderem geschliffene Cognacschwenker, eine Serie mit Katzenmotiven aus recycelten Flaschen, bemalte Longdrinkgläser oder Fliesen mit Sonnenblumendekor. Das Publikumsinteresse bei der Eröffnung am Dienstag jedenfalls war hoch und der Dank der Schüler groß. Er galt vor allem ihren Anleitern, den Glasschleifermeistern Lothar Hentschke und Horst Gramß.

Obwohl das Arbeiten mit Glas nicht das erste Museumsprojekt ist, ist selbst die Schule auf das Faible für Glas angesprungen. Schulleiterin Andrea Herda unterzeichnete während der Ausstellungseröffnung eine Kooperationsvereinbarung mit dem Glasmuseum. „Wir arbeiten ja schon seit Jahren zusammen“, sagte sie. Nun sollen daraus regelmäßige Veranstaltungen werden. „Ziel ist es, das Museum als Lernstätte zu empfinden und zu entdecken.“

Unterstützung kam bei dem Projekt vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus im Rahmen des Landesprogramms „LernStadtMuseum“. Die Projektarbeit soll die Zusammenarbeit von leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern gezielt fördern. Zu den zehn Preisträgern im laufenden Schuljahr gehören das Schlesische Museum und die Scultetus-Oberschule in Görlitz oder das Museum der Westlausitz zusammen mit der Grundschule „Am Gickelsberg“ und dem Integrationskinderhaus „Langes Gässchen“ in Kamenz. Dreimal hat sich das Landau-Gymnasium bereits beworben. Dreimal war die Schule erfolgreich. Bei den ersten Projekten arbeiteten das Landau-Gymnasium mit dem Museum in Sagar zusammen.

Das gemeinsame Glasprojekt begeistert auch Kunstlehrerin Gudrun Feuerriegel. Als Lehrerin – sie unterrichtet außerdem Geschichte – ist sie immer mittendrin, wenn ihre Schüler sich künstlerisch ausprobieren. „Bei solchen außergewöhnlichen Aktivitäten sind die Kinder auch ganz anders interessiert als im Unterricht.“
 

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 02.06.2016


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E-Mail:
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Aktualisierung:
03.06.2016


 

Thanh Vy, Nico, Lara und Isabell vom Landau-Gymnasium am Dienstag bei der Ausstellungseröffnung im Glasmuseum
Foto: A. Schulze