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Vor 40 Jahren: Beginn der Laser-Applikationsforschung in Weißwasser

VON REINER KELLER


In die Reihe der Innovationen aus der Glasindustrie Weißwassers gehört auch die Glasgravur mittels Laser. Der Beginn der Laser-Applikationsforschung im Kombinat Lausitzer Glas geht auf das Jahr 1972 zurück. Dazu wurde einer der ersten CO2–Hochleistungslaser der DDR im Direktionsbereich Forschung und Entwicklung des Kombinat Lausitzer Glas aufgebaut. Mit ihm wurden Erkenntnisse gewonnen, die als Grundlage für die Entwicklung der weltweit ersten Laser-Anlage zum Gravieren von Tafelgeschirr dienten. Diese nahm 1978 in der „Bärenhütte“ den Produktionsbetrieb auf und arbeitete fast 10 Jahre.

Bewirkt durch die Laser-Dekore „Weinlaub“ und „Wellenband“ wurde der maschinell hergestellten Becherserie „Topas“ 1976 erstmalig das Gütezeichen „Q“ erteilt. Mit dem Dekor „Weinlaub“ wurde auch Porzellangeschirr veredelt. Selbst die Holz verarbeitende Industrie nutzte die Lasergravur. Belegexemplare aus der damaligen Fertigung wurden in dankenswerter Weise vom damaligen Leiter des Forschungsteams Dr. Ludwig Städtler dem Glasmuseum zur Verfügung gestellt.

Trotz eines Beschlusses des Präsidiums des Ministerrates der DDR, die Laser-Dekor-Technologie auf den Welthöchststand zu bringen, geschah dies nicht. Infolgedessen wurde dann die Entwicklung auf diesem Fachgebiet von anderen, vorwiegend Firmen aus den alten Bundesländern bestimmt. Sie erzielten mit computergesteuerten Laserdekorierungs- und Markierungsanlagen beachtliche Umsatzsteigerungen. In der Lausitzer Glasindustrie blieb die Herstellung von lasergraviertem Tafelgeschirr damals leider nur ein Intermezzo.

Quelle: Glasmuseum Weißwasser,  03.12.2012


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Aktualisierung: 03.12.
2012


 

Foto: L. Städtler