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Sammeln und Ausstellen

VON Siegfried Lachmann


„Der Sammler sammelt zum Vergnügen, ja zur Erbauung, wenn gleich die Leidenschaft manchmal Ausmaße annehmen kann, dass zumindest die Menschen, die um den Sammler herum leben, das Sammeln als Last empfinden, er selbst aber wird es sich immer zum Vergnügen anrechnen. Er trägt Dinge zusammen, die ihn erfreuen oder auch belehren. Er muss ein Konzept haben, einen Grundgedanken. Er muss auswählen aus der unbegrenzten Zahl an Objekten. Eine bloße Anhäufung von Dingen macht keine Sammlung aus. Und dann kommt die Verantwortung hinzu.
Die Verantwortung für den Erhalt des Gesammelten, denn oft sind es ja die Gegen- stände, die beschützt werden müssen, damit sie nicht verloren gehen. Aber den typischen Sammler, drängt es nach Mitteilung, nach Weitergabe der eigenen Freude, der eigenen Erkenntnis, die er aus den gesammelten Gegenständen schöpft. In beidem zeigt sich das Verantwortungsgefühl für den gesammelten Gegenstand,
für seine Erschließung und Vermittlung.“ (1)
Dieses Zitat von Werner Knopp ist seit vielen Jahren mein Leitfaden. Die für die Ausstellung vorgesehenen Exponate sind ein Teil meiner Sammlung „Die einfache Gebrauchsform“. Die Sammlung besteht aus drei Bereichen und umfasst den Zeitraum vom 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts:
Bereich 1
Keramikgefäße - Töpfe, Kannen und Flaschen - Sonderbereich: Ofenkacheln
Bereich 2
Glasgefäße - Flaschen, Trink- und Vorratsgläser
Bereich 3
Metallgefäße - Töpfe, Kannen und Pfannen aus Emaille, Blech und Gusseisen.

Die Ausstellung „Die gute Form“ im Museumsdorf Baruther Glashütte umfasst den Bereich 2 „Flaschen, Trink- und Vorratsgläser“. Die Glassammlung besteht
aus etwa 2200 Exponaten: Glasballons und Großflaschen, Wein- und Schnapsflaschen, Bier- und Wasserflaschen, Konservengefäßen, Tintenflaschen, Drogen-
und Apothekenflaschen, Bier-, Wein- und Schnapsgläsern, Kuriosa aus Glas: u. a. Fischernetzkugeln, Fliegenfallen, Sanitärgefäße, Glasgewichte, Waschbretter, Glasknöpfe und ein Schachspiel.

Freude an den einfachen, mit geübten Händen hergestellten, meist schmucklosen, von der Form her aber schönen Gefäßen, ließ mich Anfang der 70er Jahre mit
dem Sammeln beginnen. Mit Unterstützung von Mutter und Vater und durch die langjährige gestalterische Tätigkeit im Potsdam-Museum, wurde meine Sammel- leidenschaft intensiver. Ich trug nicht nur die handwerklich hergestellten Formen zusammen, sondern bei Glasflaschen, Eisen- und Blechgefäßen war auch die frühe Industrieproduktion Ziel des Sammelns. Besonders seit Beginn der 90er Jahre, unterstützt durch meine Frau, die meine Sammelleidenschaft teilt, wurde das Sammeln immer umfangreicher. Urlaubsreisen nach Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Belgien, Dänemark, Schweden und Schottland ermöglichten eine Erweiterung der Sammlung durch Vergleichsstücke.

„Gefäße bilden einen Sammlungsbereich, der in allen Jahrhunderten, quer durch alle Materialien zu finden ist. Unabhängig von der Funktion einer Sammlung, ob
als öffentliche Bildungseinrichtung oder als Privatsammlung ist die Inventarisierung und Dokumentation der einzelnen Objekte, das Sammeln und Auswerten von verfügbaren Informationen und im Idealfall auch das Austauschen von Informationen wesentlich. Unabhängig von ästhetischer Qualität betrifft der Sammlungsbereich „Gefäße“ alle sozialen und die meisten funktionalen Bereiche, die unseren Alltag mitbestimmen. Gefäße sind ein wesentlicher Teil unserer materiellen Kultur.“ (2)

Der 300. Jahrestag der Gründung der gräflichen Hütte zu Solms-Baruth ist eine großartige Gelegenheit, die Sammlung vorzustellen. Meine Sammlungskonzeption geht von einer Grundform aus, die in vielen Varianten, klein-groß, breit-schmal, farbig-klar u. s. w. vorhanden ist, so dass eine Vielfalt der Formensprache der Exponate zu erleben ist. So habe ich zum Beispiel ca. 250 Ballon- und Großflaschen gesammelt. Eine Vielfalt an Formen und Farben wird sichtbar. Glasballons wurden auch in der Baruther Glashütte hergestellt. Im Stadtwappen der Stadt Baruth ist ein Ballon abgebildet.

(1)
Werner Knopp, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Tagesspiegel vom 12.09.1996 (Zitat gekürzt)
(2)
Nach Werner Endres „Gefäße und Formen“
Eine Typologie für Museen und Sammlungen

Die Ausstellung findet vom 4. Juni bis zum 28. August im Museumsdorf Baruther Glashütte, Hüttenweg 20, 15837 Baruth, statt.

Öffnungszeiten: Mittwoch, Sonnabend, Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag und Freitag nach Anmeldung
Tel.: 033704 980912

Quelle:
MVGB, 04.06.2016


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Aktualisierung:
04.06.2016