Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Glasmanufaktur lässt Bürger in die Produktion von Solar- und Gewächshausglas schauen
 


Die Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) in Tschernitz hat am gestrigen Sonntag zum zweiten Mal zum Tag der offenen Tür geladen. Mitarbeiter konnten in diesem Zuge ihren Familien ihre Arbeitsplätze zeigen. „Wir wollen uns mit dem Tag der offenen Tür nach außen hin öffnen und uns damit auch für die Nachwuchsgewinnung stark machen“, erläutert der Geschäftsführer Torsten Schroeter.

Gruppenweise konnten Besucher eine einstündige Führung durch die Produktionshallen erleben: Vorbei am Gemengehaus, zur rund 150 Tonnen fassenden Schmelzwanne, weiter entlang an der Schneidlinie bis hin zu den Schleifmaschinen und Härteöfen sowie zur teilweise automatisierten Verpackung, wo die gefertigten Glasscheiben sicher verpackt und im Anschluss entweder direkt zum Kunden geliefert oder im 13 000 Quadratmeter großen Zwischenlager abgestellt werden.

„Solch eine Glasproduktion ist beeindruckend. Ich bin gelernter Glasmachermeister und kenne die Herstellung von Glas noch aus dem Buch. Es ist ein schöner Einblick in die heutige und moderne Industrie“, sagt Damir Cukic aus Wien. Auch Adelheid Schumann und Waltraut Blumenstein, beide aus Tschernitz, sind begeistert: „Wir beide haben damals noch im alten Werk von Samsung Corning hier in der Verpackung gearbeitet. Das ist nun schon über 20 Jahre her. Seitdem hat sich hier viel getan. Vieles ist moderner, automatisierter und vor allem sauberer geworden“, betont Adelheid Schumann.

Aktuell arbeiten bei GMB 290 Mitarbeiter. Je nach Auftragslage helfen bis zu 40 Leiharbeiter. Fünf Azubis lernen derzeit bei der GMB. „Wir sind bestrebt noch mehr Nachwuchs auszubilden. In 2018 hat jetzt ein weiterer Azubi angefangen bei uns zu lernen. Schließlich werden wir ab 2025 viele Abgänge wegen Altersruhestand haben. Darauf wollen und müssen wir uns jetzt vorbereiten“,sagt Torsten Schroeter.

Zehn Millionen Quadratmeter Glas werden pro Jahr produziert. Das entspricht pro Tag etwa 300 Tonnen. „Unsere Haupteinnahmequelle ist immer noch das Solarglas“, berichtet Schroeter. Doch das Gewächshausglas ist auf einem aufsteigenden Ast. Beim Gewächshausglas sorgt eine gewisse Lichtstreuung für eine optimale Belichtung von Pflanzen. „Momentan beherrschen wir zehn Prozent des Marktes in diesem Sektor“, erklärt Schroeter. Noch bestimmen die Holländer den Markt. Er fände es schön, wenn der Absatz an Gewächshausglas noch weiter steigen könnte. „Jedoch baut man momentan noch weniger Gewächshäuser als Solaranlagen“, berichtet er.

GMB-Mitarbeiter in beiden Bereichen gleich stark. „Wir führen inzwischen eine Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg und der Bergakademie Freiberg. So haben wir aktuell einen BTU-Absolventen bei uns im dreiköpfigen Forscherteam“, erklärt der Geschäftsführer. In Absprache mit den Ingenieuren im Haus forschen sie unter anderem an neuen Beschichtungstechnologien für Glas. „Wir haben derzeit mehrere Forschungsprojekte, so dass wir stets bestrebt sind, unser Glas noch schöner zu machen und Reflexionen weiter zu minimieren“, ergänzt er.

Am Ende hat sich der Tag der offenen Tür gelohnt. Zahlreiche Besucher haben sich das Unternehmen angesehen. Und vielleicht waren auch zukünftige Auszubildende dabei. „Gerade junge Leute sollen sehen, wo sie später eventuell mal arbeiten könnten. Gerne können sich Interessierte bei uns bewerben“, sagt Schroeter abschließend.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 04.09.2018


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 04.09.2018


 

Foto: A. Guhlan