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Mit Hochleistungsbrennern neue Märkte erschließen
Bürgermeister-Besuch bei der Firma RMT in Bad Muskau / Schritt für Schritt wird in ehemaliges Schaltgerätewerk investiert

Von Regina Weiß


Bad Muskau.  «Schritt für Schritt wollen wir das Gelände und die Gebäude modernisieren. Doch dafür muss natürlich erst einmal das Geld verdient werden» , meint Hans-Eckhard Rudoba, Inhaber der Firmen RMT Rudoba Metall Technik und Glastechnik in Bad Muskau.

Seit 2000 in der Parkstadt ansässig, wurde Ende vergangenen Jahres ein Teil der Gebäude und des Grundstücks des ehemaligen Schaltgerätewerkes erworben. Dieses hatte 2006 die Produktion in Bad Muskau eingestellt.
Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) zeigt sich sehr froh darüber, bei der Gewerbefläche am Schaltgerätewerk einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Mit Grundstücksbesitzern aus der Ferne hat die Stadt nämlich keine guten Erfahrungen gemacht. Hans-Eckhard Rudoba nutzt die Gelegenheit, um dem Bürgermeister und Siegfried Stange vom Kreisverband des Bundes mittelständische Wirtschaft (BVMW) zu erklären, was er auf dem Gelände plant. Derzeit arbeiten die zwölf Beschäftigten in der ehemaligen Montagehalle des Schaltgerätewerkes. Demnächst ist eine Ausdehnung der Produktion in der alten Stanzerei geplant. «Dort soll eine Vormontage für die Firma SKM erfolgen» , so Hans-Eckhard Rudoba. Eine weiterer Partner in der Maschinenbaubranche ist die Firma Kreisel in Krauschwitz.
Auf dem Sektor der Glasindustrie hofft Hans-Eckhard Rudoba auch auf die neue Fertigung in Tschernitz. «Wir haben mit der Geschäftsleitung Gespräche geführt und die Signale sind positiv» , erklärt der Firmeninhaber. Zudem bearbeite man gemeinsam mit der Firma Siltrade in Rietschen an einem Forschungsobjekt zur Herstellung kleiner Glaskügelchen für die Solartechnik. «Dort steht in den nächsten Tagen ein wichtiger Test an» , so Rudoba. Läuft alles gut, könne daraus ein Auftrag werden.
Nicht zum ersten Mal, dass die Firma an einem Forschungsprojekt arbeitet. Bereits neuartige Hochleistungsbrenner fürs Feuerpolieren von Glas wurden in den letzten Jahren bei RMT entwickelt, was jedoch ohne Fördermittel des Bundes nicht möglich gewesen wäre. «Es spricht sich langsam in der Branche herum, dass unsere Brenner gut sind» , sagt Hans-Eckhard Rudoba nicht ohne Stolz. Mit diesen Brennern lassen sich nach Ansicht von Hans-Eckhard Rudoba nicht nur neue Felder in der Glasindustrie, sondern auch neue Absatzfelder im Ausland erschließen. «Es gibt ja nicht nur die Fertigung von Bleigläsern, sondern auch technische Gläser» , so der Ingenieur. Und technische Gläser werden von der Autoindustrie bis zur Haushaltswarenherstellung gebraucht. Bei den Absatzmärkten im Ausland blickt der Bad Muskauer auch auf den arabischen Raum.
Als das Unternehmen 2000 von Weißwasser nach Bad Muskau zog, beschäftigte es acht Arbeitnehmer. Mittlerweile sind es zwölf. Ein Lehrling wird in wenigen Wochen seine Ausbildung beginnen. Und auch einen BA-Studenten wird es dann wieder beim RMT geben. Er wird fortgebildet, um einmal später als Ingenieur in der Firma zu arbeiten. «Meine Ingenieure sind beide um die 55 Jahre alt, da muss ich mich um den Nachwuchs kümmern» , so der Firmeninhaber zu den Gästen.
Kümmern will sich Hans-Eckhard Rudoba auch um weitere Mieter in seinen Gebäuden. «Da sind die Niederschlesischen Werkstätten schon ein ganz verlässlicher Partner» , so Rudoba. Weitere wären willkommen. Doch vorher muss im ehemaligen Bürogebäude noch investiert werden. Die alte Schaltwarte wurde schon entkernt, weitere Arbeiten werden folgen.
Auch den illegalen Parkplatz am Eingang zum umzäunten Gelände an der Köbelner Straße will der Unternehmer verändern. Die schönen alten Eichen sollen geschützt werden. «In Kromlau hat man ja gesehen, dass der Parkplatz für die Buchen verlegt wurde» , so Rudoba. Bürgermeister Andreas Bänder wird dafür den Kontakt mit der Pückler-Stiftung herstellen. «Die haben die Experten und der Umgebungsschutz für den Park ist ganz wichtig, ich denke, da lässt sich was organisieren» , so Bänder. Und er bietet dem Unternehmer an, dass er bei Kontakten zu Landesministerien gern hilfreich zur Seite steht. «Rufen Sie mich an» , so Bänder.
Der Bürgermeister nutzt aber auch die Gelegenheit, um dem Unternehmen die Villa am Betriebsgelände anzubieten. «Diese hätte die Stadt vor neun, zehn Jahren gar nicht kaufen sollen. Wir können uns nicht leisten, dort auch nur einen Euro reinzustecken» , so Bänder. Vielleicht habe Hans-Eckhard Rudoba ja dafür Verwendung.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 05.07.2008


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 03.07.2008


 

Hans-Eckhard Rudoba erläutert Bürgermeister Andreas Bänder (r.) und BVMW-Geschäftsstellenleiter Siegfried Stange (l.) die Möglichkeiten der Hochleistungsbrenner
Foto: Regina Weiß