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 Ärzte ziehen in die Schweig-Villa

Von Sabine Larbig



Am 7. November beginnt das medizinisches Versorgungszentrum in der Schweig-Villa mit der Arbeit. Die neue Einrichtung und das Kreiskrankhaus stellen sich am 5. November den Bürgern vor.

Es ist geschafft. Planer Roland Ladusch ist froh, dass Sanierung und Umbau der 1898 errichteten Schweig-Villa in nur fünf Monaten termingerecht fertig wurden. „Noch vor ein paar Wochen sah es nicht so aus“, bekennt er. Denn die einstige und mehrfach umgenutzte Fabrikantenvilla auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Weißwasser – in der ab Montag ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) seine Arbeit aufnimmt – stellte Architekten und Baufirmen vor einige Herausforderungen So entdeckten Bauleute unter Spanplatten und Farbschichten original Bodenfliesen oder Stuckelemente bei der 950000 Euro teuren Sanierung, die das Krankenhaus finanzierte.

Inzwischen ist das Gebäude fertig und auch die Räume der Kinder- und Jugendarztpraxis von Manfred und Heidemarie Martinsohn sowie der Chirurgische Praxis von Marita Kuhlee sind eingeräumt. Beide Praxen beginnen Montag offiziell ihre Arbeit im MVZ. Vorab können interessierte Bürger beim „Tag der offenen Tür“ am heutigen Sonnabend das MVZ besichtigen und bei Führungen mit Experten interessante Details zu Umbau und Geschichte der denkmalgeschützten Villa erfahren. Blicke hinter die Kulissen des Krankenhausalltags in Weißwasser sind auch in allen anderen Bereichen und Abteilungen möglich. Erklärt und vorgestellt werden bei Besucherrundgängen die Abläufe, Medizintechnik, Behandlungsmöglichkeiten und Bauvorhaben.

Eines ist der Umbau der Intensivstation (ITS), die mehr Platz für Funktionsräume, Pflegebad, Lager, zentrale Monitor-Überwachungsplätze und Einzeluntersuchungen schwerstkranker Patienten benötigt. „Wir reichen noch dieses Jahr einen Antrag auf Fördermittel ein, denn ohne geht es nicht“, erklärt Silvia Burghardt, Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses. Wenn das Geld genehmigt wird, soll der derzeitige B-Trakt über den Wirtschaftshof verlängert werden und so den nötigen Platz bringen. Dass der ITS-Umbau zeitnah erfolgt, bezweifelt Burghardt. „In Radebeul dauerte er von Antragstellung bis Einweihung sieben Jahre.“

Ein weiteres Problem, mit dem die Krankenhauschefin zu kämpfen hat, ist der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Pfleger, Fachärzte sowie Spezialisten langfristig halten oder nach Weißwasser zu locken, fällt nicht nur wegen der ländlichen Lage schwer. Auch, weil der Einrichtung – laut sächsischem Krankenhausplan für 2012/13 – eine Reduzierung von derzeit 198 auf 180 Betten und somit auch Personalabbau droht. Zwar freut sich Silvia Burghardt über Bürgerreaktionen wie die von Maria Ruttmar, die in der jüngsten Stadtratssitzung bereits eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Bettenzahl in Weißwasser anregte. Doch selbst bei gleicher Bettenzahl und (über)tariflicher Bezahlung wird das Krankenhaus ohne weitere Modernisierungsmaßnahmen oder ein Entlastungsmanagement für Fachpersonal unattraktiv bleiben. „Aber wir arbeiten an allem“, so Burghardt.

Mit dem traditionellen „Tag der offenen Tür“ will sich das Krankenhaus daher nicht nur als moderne Einrichtung präsentieren sondern angesichts der Probleme auch um Vertrauen werben. Denn jeder Patient, der sich für Behandlungen in Weißwasser entscheidet, erhält das Krankenhaus.

Tag der offenen Tür: 5. November, 10-13 Uhr

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 05.22.2011


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Aktualisierung: 05.11.2011