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Drei Neue für die Neufertbau-Galerie
Fensterbilder von Glasindustriellen und Bildhauerin werden nächste Woche angebracht

Von Daniel Preikschat


Die Fenster des denkmalgeschützten Neufertbaus in Weißwasser geben bereits Ernst Neufert und Wilhelm Wagenfeld einen ungewöhnlichen Rahmen. Nun gesellen sich Dorothea von Philipsborn, Joseph Schweig und Wilhelm Wagenfeld dazu.

In einer Werbeagentur in Rothenburg bekommen die neuen Porträt-Fotos mit den Maßen 1,3 mal 0,85 Meter derzeit noch den letzten Schliff. Nächste Woche, so Steffen Müller von der Kunstschmiede in Weißwasser, werden sie an der Gebäude-Vorderseite montiert. An welchem Tag genau die drei Persönlichkeiten welchen Fensterplatz einnehmen, werde kurzfristig entschieden.

Fest steht indes schon länger, um wen es sich handelt. Denkmal-Kommission, Glasmuseum und Stadtverwaltung haben sich auf die beiden wichtigsten Glasindustriellen in der Geschichte Weißwassers geeinigt. Wilhelm Gelsdorf ließ 1873 die erste Glashütte in der Stadt bauen. Joseph Schweig baute den Glasindustrie-Standort in den Folgejahren weiter mit aus, sodass bis 1904 elf Glashütten in Betrieb waren. Dorothea von Philipsborn bereichert den Personenreigen als Künstlerin. Die Bildhauerin lebte von 1953 bis zu ihrem Tod 1971 in Weißwasser und hinterließ in der Stadt so beliebte Skulpturen wie das Mädchen mit dem Zopf in der Gutenbergstraße oder den Seelöwen vor der Kita Ulja.

Die vergrößerten Fotoabzüge, sagt Müller, werden wieder auf eine Aluminiumplatte aufgetragen und mit Laminat beschichtet, damit sie der Witterung trotzen. Die Kosten haben Foto-Paten übernommen, deren Name Müller noch nicht nennen will. Für die Bilder des Architekten Ernst Neufert und des Designers Wilhelm Wagenfeld waren das im März Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und Unternehmer Jan Garreis, dessen Malerei-Fachbetrieb direkt neben dem Neufertbau steht. Die Firma Garreis werde in der kommenden Woche auch wieder die Fotos befestigen.

Erst im nächsten Jahr soll vor dem Neufertbau eine große Tafel aufgestellt werden mit Informationen zu dem Gebäude und den darauf Verewigten. Sinn der Aktion, erklärten im März Pötzsch und Günter Segger von der Denkmal-Kommission, sei es, auf das Gebäude aufmerksam zu machen. Auf diese Weise könnte die Akzeptanz für das architektonisch wertvolle Glaswarenlagerhaus im Bauhausstil bei den Weißwasseranern erhöht, möglicherweise sogar ein Investor gefunden werden.

An Persönlichkeiten, deren Fotos noch gezeigt werden könnten, herrsche derweil kein Mangel, versichert Segger. An Fensterplätzen auch nicht. Es gibt 84.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 05.12.2013


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Aktualisierung: 08.12.2013


 

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