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Messegold für Lausitzer Glas, aber hier nicht zu haben

André Kurtas


Klare, moderne Formen, und ein Schliff, der diese Formen unterstricht, zeichneten Produkte des früheren VEB Oberlausitzer Glaswerke (OLG) aus. Einen breiten Querschnitt der Arbeiten Weißwasseraner Glasgestalter zeigt seit Freitag die neue Sonderausstellung im hiesigen Glasmuseum.

„Alte Gläser gehören nicht in den Schrank, sondern ins Museum“, erklärte bei der Eröffnung Horst Gramß. Der Weißwasseraner Glasexperte freute sich, das endlich einmal Glaskunst, Zeichnungen und Malerei aus den OLG in einer Weißwasseraner Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden „Ich habe mit 23 dort begonnen, es war eine schöne Zeit", so Gramß, der auch manche Begebenheit von damals zu berichten weiß. „Vor jeder großen Messe gab es immer zwischen OLG und der Bärenhütte einen großen Konkurrenzkampf, wer wohl die meisten Medaillen und Auszeichnungen bekommen würde. Nach der Kombinatsbildung wurden beide Betriebe dann zusammen gelegt“, so Glasgestalter Gramß. Mit viel Mühe trugen er und seine Helfer neben den sehenswerten Gläsern, Skizzen und Entwürfen auch alte Zeitungsausschnitte für die Ausstellung zusammen.

Wie begehrt damals die Weißwasseraner Erzeugnisse waren, zeigt auch ein Presseartikel mit der Überschrift „Auf der Messe ausgezeichnet, von der Presse empfohlen, im Geschäft nicht zu haben“. Darin wurde auch das Anschreiben einer Glasliebhaberin mit folgenden Worten abgedruckt: „Ich habe in einer illustrierten Zeitung moderne, schöne Kelche aus der Produktion ihres Betriebes gesehen, doch leider bekam ich sie trotz mehrerer Versuche im Einzelhandel nicht zu kaufen. Deshalb wende ich mich an Sie mit der Bitte, mir sechs Stück dieser Kelche zuzusenden.“

So und ähnlich lauteten damals viele Briefe, die bei der Abteilung Absatz in OLG immer wieder eingegangen sind. Ihre Absender: Leute aus der ganzen Republik. Diese Zeit kennt auch Renate Wellert. „Der Betrieb hatte in erster Linie für die Einlösung seiner Exportverpflichtungen zu sorgen, da blieb für die Bevölkerung nicht mehr viel übrig“, so die Weißwasseranerin. Vielfach ausgezeichnet wurden auch die Arbeiten des verstorbenen Glasgestalters Georg Richter. Von ihm habe auch Sabine Gutjahr viel gelernt, wie sie bei der Ausstellungseröffnung erklärte. „Als Glasgestalter war man in der Gestaltung oft sehr eingeengt, schließlich musste das Produkt letztendlich auch zweckmäßig sein“, so die Glasgestalterin, deren Arbeiten ebenfalls in der neuen Ausstellung zu sehen sind. „Dieser Kerzenhalter hier aus dem Jahre 1989 war eine meiner letzen Arbeiten“, zeigt sie auf eine wundervolle Arbeit aus Bleikristall. Ob der Kelchsatz „Romanze“ , Weingläser oder eine Bowle - die Ausstellung zeigt einen breiten Querschnitt Lausitzer Glas. 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom 06.04. 2009


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Aktualisierung:
06.04.2009


 

Zu sehen ist die Sonderausstellung im Weißwasseraner Glasmuseum noch bis zum 24. Mai.
Foto: André Kurtas