Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich

Weißwasser: Positive Signale für Glasbetribe vernommen

Von Regina Weiß


In Rothenburg war es ein Unternehmen, was an den Start gehen wird, in Weißwasser sind es Betriebe, die sich seit Jahren am Markt behaupten. Wie es um die Stölzle Lausitz GmbH und die Telux GmbH bestellt ist, erfuhr Minister Thomas Jurk (SPD) gestern bei einer Stippvisite am Mittwoch in Weißwasser. Koordiniert hatte den Termin der BVMW-Kreisverband.

"Ich bin heute in der Region unterwegs, um auch zu zeigen, dass wir nicht Jammern müssen, sondern dass es positive Signale aus der Wirtschaft gibt", so Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD). Dabei weiß er sowohl, dass diese guten Nachrichten viel "Kraft und Schweiß kosten" und beuten, so so manches Tal zu durchschreiten zu müssen.

Dieses tiefe Tal hat auch die Telux Spezialglas GmbH in Weißwasser durchquert. "Die Schließung des Samsung Werkes in Tschernitz hat große Auswirkungen auf uns gehabt. Drei von fünf Produktionslinien waren davon betroffen", berichtete Geschäftsführer Andreas Nelte. Dementsprechend sei auch der Umsatzeinbruch durch die fehlende Glasproduktion für TV-Röhren gewesen. "Doch mittlerweile konnten wir wieder 35 Prozent des Umsatzes gegenüber der Jahresmitte 2007 steigern", so Nelte. Denn nach wie vor werden 100 Millionen Fernseher mit Braunscher Röhre gefertigt. "Und wir hätten nichts dagegen, wenn wir weltweit der letzte Produzent in diesem Bereich sein könnten", so Nelte.

Minister Jurk fand allerdings, dass sich "weltweit letzter Produzent" nicht gut anhöre. "Alleinhersteller klingt doch viel besser", machte er einen Vorschlag.

Flexible und moderne Anlagen und eine sehr flexible Mitarbeiterschaft konnte Nelte für die Telux konstatieren, doch nichtsdestotrotz, gibt es Zeiten, wo das Unternehmen Hilfe braucht. "Denn die Fertigung für den TV-Sektor ist zyklisch. Um die Mitarbeiter zu halten, würden wir ihnen in der Zeit, wo wir nicht arbeiten, eine Qualifizierung anbieten", so Andreas Nelte. "Entsprechende Instrumente gibt es bei der Arbeitsagentur, man muss nur das Gespräch suchen", so der Minister.

Nicht nur darüber, wie Fachkräfte zu halten sind, sondern auch wie neue gewonnen werden können, war Thema in der Runde mit dem Minister. "Vielleicht schafft man es, Pendler oder auch Weggänger wieder zurückzuholen. Wichtig ist natürlich, dass sie einen auskömmlichen Arbeitsplatz hier bekommen", so Jurk weiter.

Nicht nur Andreas Nelte auch Stölzle-Geschäftsführer Dietfried Binder machte den jungen Leuten Mut, sich bei den beiden Glasproduzenten zu bewerben. "Bei uns startet die Bewerbungsfrist für die nächsten Azubis im Januar. Wir wollen im kaufmännischen als auch im handwerklichen Bereich ausbilden", erklärte Binder. Andreas Nelte berichtete, dass im kaufmännischen und maschinellen Sektor ausgebildet werde. "Für die Ausbildung eines BMSR-Lehrlings nehmen wir sogar richtig viel Geld in die Hand", so Nelte. Dass sich die Ausbildung lohnt, weiß Andreas Nelte, denn die Telux übernimmt auch Lehrlinge. 165 Mitarbeiter zählt das Unternehmen an der Straße der Einheit. Im Tal waren es schon 30 weniger.

Zwischen 230 und 240 Mitarbeiter sind es bei Stölzle. "Wir haben keinen Grund zum Klagen. Wir sind am Markt sehr gut positioniert", so Dietfried Binder. Er habe auch kein Problem damit, sich zu revidieren. Denn nach seiner eigenen Aussage, habe er vor Jahren, als er in Weißwasser begonnen hatte, keine sehr positive Meinung von der Belegschaft gehabt. "Heute sage ich, wir sind ein starkes Team und ein schlagkräftiger Player im Markt", so Binder. Nach seiner Ansicht werde das Unternehmen gestärkt aus der Rezession hervorgehen, um weitere Marktanteile zu bekommen. "Wir denken über eine Erweiterung nach", so Binder. Denn für dieses Jahr heißt es: Die Stölzle Lausitz GmbH ist ausverkauft. "Wir mussten Aufträge ablehnen." Allerdings seien genug Gläser da, um den neuen Werksverkauf zu bestücken, meinte Binder mit einem Schmunzeln zu den Gästen.

Zum neuen Werksverkauf gratulierte Wirtschaftsminister Jurk dem Unternehmen. "Toll, was der Betrieb hier zeigen kann", so Jurk.

Siegfried Stange , Geschäftsführer des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Weißwasser, freute sich, dass es gelungen sei, Unternehmer und Minister gemeinsam an einen Tisch zu bringen, um über Erfolge, aber auch Probleme sowie mögliche Lösungen zu reden.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 06.11.2008


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 06.11.2008


 

Dietfried Binder (2. v. l.) zeigt  Wirtschaftsminister Thomas Jurk (l.) die neuen Erzeugnisse der Stölzle Lausitz GmbH im Musterzimmer in Weißwasser
Foto: A. Brinkop