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Hans Schaefer ist nicht mehr
Ein außergewöhnlicher Fachmann und exzellenter Redner.

 


Hans Schaefer hat sich in hervorragenden Weise in die Arbeit des Fördervereins eingebracht. Wir haben den langjährigen Leiter der AG Technologie im Förderverein für seine brillanten Laudationen sehr geschätzt. Jeder seiner Vorträge war ein Hochgenuss an Lebendigkeit und Treffsicherheit. Sie lebten von seinen unübertroffenen Fach- und Geschichtskenntnissen sowie seiner einmaligen Rhetorik. In einer Publikation unseres Fördervereins sind sie nachzulesen. Für seine Beispiel gebenden Leistungen im Förderverein und seinen Einsatz für das Glasmuseum wurde er 2021 mit der Auszeichnung „Ehrenamt im Muse-umswesen 2020“ des Freistaates Sachsen geehrt.

Er hat als Fachmann mit wissenschaftlicher Perfektion, als Lehrer und Erzieher enorm viel Gutes für die Glasindustrie geleistet. Seine enge Verbundenheit mit ihr bringt er auch im folgenden kleinen Gedicht zum Ausdruck:

Zwar die Hütter sind verschwunden.
Niemand mehr den Ofen stellt.
Doch dem Kundigen erscheinen,
auf gemengegrauen Steinen,
Gelsdorf oft und Wagenfeld.

Hans wurde am 1935 als erstes Kind des Lehrers und evangelischen Kantors Erich Schaefer und seiner Ehefrau Charlotte in Naumburg am Queis (Kreis Bunzlau) geboren. Die Schule absolvierte er mit Bravour. So wurde er bereits zu Schuljahresende der 1. Klasse in die 3. Klasse versetzt.

Im Sommer 1946 musste Hans im Ergebnis des von den Nazis vom Zaun gebrochenen 2. Weltkrieges seine Heimat Schlesien verlassen. Er und seine Familie fanden in Trebendorf eine neue Heimat. Trotz des Prädikates „Gut“ im Abitur wurde er wegen seiner bürgerlichen Herkunft nicht zum Studium zugelassen. Deshalb nahm er 1953 eine Tätigkeit im VEB Oberlausitzer Glaswerke auf und arbeitete in den verschiedenen Bereichen der Glasherstellung. Für seine gute Arbeit im Unternehmen erhielt er die Delegierung zum Studium an der hiesigen Ingenieurschule für Glastechnik. Er schloss es 1957 mit der Note „Sehr gut“ ab.

Parallel zu seiner sich anschließenden Tätigkeit als Wärme-Ingenieur in der Abteilung „Betriebsbetreuung“ des Institutes für Glastechnik in Coswig nahm er ein Fernstudium an der Bergakademie Freiberg, Fachrichtung Silikathüttenkunde, auf. Während seiner Tätigkeit in Coswig lernte er praktisch alle Glasbetriebe der DDR kennen. Nebenamtlich unterrichtete er an Wochenenden an der Betriebsakademie „Glas“ in Dresden. Als Mitglied in der Expertenkommission Glas/Keramik des „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW) sammelte Hans viele wertvolle Informationen.

Vor seiner Tätigkeit als Dozent an der Ingenieurschule für Glastechnik arbeitete er als Hauptenergetiker im „Zentralen Konstruktions- und Projektierungsbüro der Glas- und keramischen Industrie“ (ZPB Radebeul). Hier schloss er auch sein Fernstudium in Freiberg ab.

Im letzten und zugleich auch längsten Abschnitt seines Berufslebens war Hans Schaefer an der Fachschule für Glastechnik in Weißwasser Fachrichtungsleiter und unterrichtete „Glastechnik“. Mit dieser Dozententätigkeit hatte er seine Berufung gefunden. Hier paarten sich fachliche Qualifikation, seine Übermittlungs-künste und seine Menschlichkeit mit dem Willen, jungen Leuten ein Ziel zu zeigen. Er wollte sie, gut ausgestattet, der Zukunft übergeben.

Hans Schaefer, der Glasfanatiker mit viel Überzeugungskraft und hervorragend in der Wissensübermittlung, ist nicht mehr. 2022 schloss sich sein Lebenskreis. Wir werden ihn in bester Erinnerung behalten.

(Entstanden unter zur Hilfenahme der Publikation „Schäfer über Schaefer“ von Manfred Schäfer)

Quelle: Glasmuseum, im November 2022


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Aktualisierung: 06.11.2022


 
 
 
 
 
 
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