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Gläserne Krippen im Glasmuseum

Von Thomas Staudt


Wie die neue Ausstellung „Engel & Co.“ zeigt, machen kommerzielle Dekorateure auch vor den alten Meistern nicht Halt.

Libyen 1955: Die Werkstätten der britischen Streitkräfte sichern den Nachschub für ihre Stützpunkte in Nahost. Günter Kempgen ist evangelischer Militärpfarrer für deutsche Zivilangehörige. Krippen für Weihnachten zu bekommen, wird für ihn zur Herausforderung. Bis 1958 ist Kempgen in dem Mittelmeerstaat. Jedes Jahr macht er sich auf die Suche nach einer Krippe – so lange, bis die Notwendigkeit zur echten Leidenschaft wird.

Seine zweite Frau Margrit lässt sich von der Sammelei anstecken. 400 Krippen zählen mittlerweile zu der Sammlung der beiden Wahl-Görlitzer. Einen Teil der Schätze zeigt gegenwärtig das Glasmuseum Weißwasser. Der Fokus der Schau liegt auf Glaskrippen. Ergänzend ist Weihnachtsdekoration aus ähnlichen Materialien zu sehen. Eine Edition von Weihnachtstellern des Porzellanherstellers Hutschenreuther zeigt beispielsweise Darstellungen der Geburtsgeschichte Jesu. Die Bildmotive sind Darstellungen berühmter „Malermeister“ nachempfunden. Darunter sind Bilder des Niederländers Rembrandt van Rijn aus dem 17. Jahrhundert oder des Italieners Sandro Botticelli vom Ende des 15. Jahrhunderts.

Normalerweise hängen die Bilder in den großen Museen der Welt. Nun sind sie in der kommerziellen Adaption für kurze Zeit in Weißwasser zu bewundern. Die berühmten Bilder auf hochwertigem Porzellan lösen bei vielen einen Wiedererkennungseffekt aus. Sie steigern die Wertigkeit der Stücke und erhöhen so den Kaufanreiz.

Eine Reihe von Ausstellungsstücken verteilen die Weihnachtsgeschichte auf mehrere Objekte, wie eine Serie von Porzellanfingerhüten aus England. Andere zeigen sie in Form der Krippendarstellung ganz kompakt. Unter ihnen korrespondiert eine Milchglasvase aufs engste mit dem Ausstellungsort, dem Glasmuseum. Selbiges gilt für eine Edition von älteren Krippenfiguren aus Pressglas und die Sammlerausgabe einer Swarovski-Krippe. Die Figuren aus geschliffenem Kristallglas der High-Society-Marke dürfen neben einer Bernsteinkrippe aus Danzig und einer Perlmuttversion aus Bethlehem zu den Höhepunkten der Schau gezählt werden. Insgesamt präsentiert das Museum 60 Ausstellungspositionen.

Nach dem großen Erfolg der „Teddygeschichten“ 2009 legt das Museum seine Vorlesereihe nun neu auf. Museumsmitarbeiter lesen nach Voranmeldung Engel- und Weihnachtsgeschichten vor. Danach wartet eine süße Überraschung. Für Kinder bis fünf Jahre ist das Angebot kostenlos. Sitzkissen werden vom Museum ausgegeben.

Kempgens richten nicht zum ersten Mal eine Ausstellung im Glasmuseum aus. Schon 2002 liehen sie Stücke aus ihrer Sammlung nach Weißwasser. Ein Eintrag im Gästebuch von Helma Orosz, damals noch Oberbürgermeisterin der Stadt, dokumentiert dies eindrücklich. Eine so prominente Würdigung erfüllt Kempgens mit Stolz. Sie werden sicherlich nicht das letzte Mal mit Teilen ihrer Sammlung zu Gast gewesen sein.

Ausstellung bis 23. Januar 2011. Am 24. und 31. Dezember ist das Museum geschlossen.


Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 06.12.2010


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 07.12.2010


 

Im Glasmuseum Weißwasser sind in einer Schau auch Glaskrippen zu sehen, dazu Weihnachtsdekoration aus ähnlichen Materialien. 
Foto: Johannes Rehle