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Zwischen Wohnpark-Plänen und Senioren-Residenz

Von Daniel Preikschat


Senioren-Residenz oder Wohn-Komplex? Die Zukunft der ehemaligen Glasfachschule in Weißwasser scheint ungewisser denn je zu sein. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage kündigt der Eigentümer des Innenstadt-Areals an, in der kommenden Woche Investor und Konzept für einen Wohnpark präsentieren zu können.

Gleichzeitig arbeitet Peter Barwichs ehemaliger Geschäftspartner Friedbert Kupfer (*) nach eigenen Angaben weiter daran, die Glasfachschule in eine Senioren-Residenz umzuwandeln. Für dieses Vorhaben habe er mehrere interessierte Investoren gewinnen können.

Zahlungswillige Investoren

Obwohl er am Mittwoch zu sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen Betrugs verurteilt worden ist, engagiere er sich weiter für das Projekt, sagt Kupfer. Der Weißwasseraner ist weiter überzeugt von seiner Seniorenwohnheim-Idee. Der Bedarf dafür sei da. Viele Bürger hätten Interesse an einer seniorengerechten Wohnung mit Betreuung in der ehemaligen Glasfachschule. Sechs Millionen Euro Umbaukosten und den Preis für den Kauf der Glasfachschule seien die Investoren bereit zu zahlen.

Stadt schließt Kauf aus

Barwich und Kupfer halten das jeweils andere Konzept für nicht umsetzbar. Barwich, der Kupfer zunächst als Geschäftsführer der Senioren-Residenz einsetzen wollte, versichert, sich mittlerweile von ihm getrennt zu haben. Kupfer indes versichert, dass er sich von Barwich losgesagt habe.

Dabei hatte Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) Ende vergangenen Jahres mit beiden noch ein Gespräch im Rathaus gehabt. „In dem Gespräch“, so Pötzsch, „wurden Optionen für die Glasfachschule abgeklopft.“ Dabei schloss der Oberbürgermeister aus, dass die Stadt das Areal kaufen könnte. Allenfalls könne sie Barwich Kaufinteressenten vermitteln. So gebe es beispielsweise jemanden, der mit dem Kauf der Villa auf dem Glasfachschulen-Areal liebäugele, so Pötzsch. Allerdings habe ihm Barwich keine Preisvorstellung genannt und wollte statt dessen selbst mit dem Interessenten verhandeln. Der Oberbürgermeister gab den Namen jedoch nicht preis. Überhaupt, so Pötzsch weiter, nenne Barwich keine Preisvorstellungen – weder für den Verkauf noch für die Vermietung der Glasfachschule. Es sei daher schwierig, ihm Interessenten zu vermitteln.

Unbefriedigender Zustand

Dass es seit Jahren nicht weiter geht mit der Immobilie, ist für Torsten Pötzsch „unbefriedigend“. Seitdem die Stadt bei der Versteigerung der Glasfachschule den Kürzeren zog, seien ihr jedoch die Hände gebunden. Damals hatte Barwich das 150 000 Euro-Angebot der Stadt um 50 000 Euro überboten.

* Name geändert 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom  04.01.2012


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Aktualisierung: 10
.01.2012


 

Die ehemalige Glasfachschule in Weißwasser 
Foto: D. Preikschat