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Filigrane Zerbrechlichkeiten gezeigt
Thementag im Erlichthof Rietschen / Hartmut Branzk plant in Krauschwitz Glasstübel

Von Joachim Rehle 


Der Thementag „Glas“ am Sonntag im Rietschener Erlichthof hat nicht nur den Besuchern aus nah und fern gefallen. Für Glasbläser und -veredler war es eine gute Gelegenheit, sich zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzufinden.

Karel Sobotka gehört zu den Glasbläsern, die heißes Glas künstlerisch verformen, färben und bearbeiten. Der junge Tscheche sitzt an seinem Gasbrenner und zaubert aus langen Glasstangen die lustigsten Figuren.

Im Glasmacherhandwerk sind es die Lampenbläser. Glasblasen vor der »Lampe« ist Filligranarbeit, zart und zerbrechliche Dinge entstehen aus Glas. Der Mann aus Zelezny Brod sitzt mitten in der Theaterscheune neben seinen deutschen Kollegen. Seine vorgefärtigten farbigen Glaserzeugnisse nehmen einen großen Platz ein. Kunst neben Kitsch.

Neben dem böhmischen Glaskünstler ist Hartmut Branzk anzutreffen. Der in Vierkirchen Lebende hat sich der Herstellung von Glasperlen verschrieben. Glasperlen gehören zu den ältesten Schmuckstücken der Menschheit. »Für gewickelte Perlen wird in der Regel eine zähflüssige Glasmasse um einen Metallstab gewickelt, und durch Drehen des Stabes wird die Perle geformt. Nach einer kurzen Abkühlphase wird die Glasperle vom Stab abgestreift und zum endgültigen Abkühlen in ein Sandbett abgelegt. Die Öffnung, in der der Metallstab steckte, dient als Loch zum Auffädeln der Perle«, erklärt Branzk. In naher Zukunft möchte der Vierkirchner in Krauschwitz ein Glasstübel eröffnen, dort Glasherstellung und -veredlung in ihrer Vielseitigkeit zeigen.

Erwin Wiedner kann sich noch an seine Kindheit erinnern. »Glaskugeln hatte ich immer in der Hosentasche.« Der Rentner aus Hoyerswerda stellte nun fest: »Was damals noch Pfennigartikel waren, kostet hier richtig Geld. Kein Spielzeug für meine Enkelkinder.« Kopfschüttelnd verlässt der Gast die Theaterscheune. Renate Müller ist Glas- und Porzelanmalerin, kommt aus Uhsmannsdorf. Sie beschäftigt sich mit der Veredlung von Erzeugnissen - Handmalerei auf Kundenwunsch. Birgit Pattoka aus Elsterheide hebt sich mit ihren verspielten Dekoren etwas von den anderen Glaskünstlern ab. »Wie aus Omas Zeiten«, bemerkte ein Gast mit Blick auf ihre Produkte.

»Der Erfahrungsaustausch mit den anderen Glasveredlern ist für mich hier wichtig. Es könnten aber noch mehr vor Ort sein«, stellt die symphatische Lausitzerin fest.« Für die Glasmaler und Glasschleifer sei der Erlichthof in Rietschen so etwas wie der Glasknotenpunkt, schätzt Birgit Pattoka ein.


Quelle: Lausitzer Rundschau,  Ausgabe Weißwasser, vom 07.09.2010


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 07.09.2010


 

Karel Sobotka aus Tschechien zaubert aus langen Glasstangen lustige Tiere.
 Foto: J. Rehle