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Glasbläser wird neu in Szene gesetzt
Berufliches Schulzentrum kommt nicht mehr infrage / Denkmal-Kommission berät mit OB

Von GABI NITSCHE


Das Glasbläser-Kunstwerk des Glasgravur-Künstlers Konrad Tag kehrt nicht, wie eigentlich vorgesehen, ins Berufliche Schulzentrum zurück. Darüber hat Karl-Heinz Melcher, Vorsitzender der Denkmal-Kommission, die Weißwasseraner Stadträte informiert. Über einen anderen Standort wird jetzt mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) beraten.

Der Glasbläser setzt sich aus neun einzelnen Segmenten mit den Maßen 70 Zentimeter mal 1,20 Meter zusammen. Die Fenstergravur zierte einmal das Treppenhaus der früheren Betriebsberufsschule des Kombinates Lausitzer Glas, heute Berufliches Schulzentrum (BSZ), an der Jahnstraße in Weißwasser.

Aufgrund von Statik- und Wärmeschutz-Auflagen konnte das Kunstwerk nach der Sanierung des Gebäudes dort nicht mehr weiterverwendet werden, erklärt Anne Petrick, langjähriges Mitglied der Denkmal-Kommission und Inhaberin eines Planungsbüros. Die Segmente wurden auf Anraten des Landratsamtes Görlitz vor dem Baugeschehen ausgebaut und sicher eingelagert.

In Absprache mit dem BSZ sollten die Kunstwerke mit einem neuen Rahmen versehen werden und dann an einer Wand im Foyer ihren endgültigen neuen Platz erhalten. Darauf wurde in den vergangenen Jahren hingearbeitet. "Doch die Schule braucht den Platz für andere Dinge und hat uns jetzt auch hingewiesen, dass sie ja eigentlich gar nichts mehr mit Glas zu tun hat", so Karl-Heinz Melcher während der Ratssitzung. Die Kommissionsmitglieder könnten das nachvollziehen, fügte er an. Sie machten sich in den vergangenen Monaten Gedanken, wo sich die Fenstergravur nun gut in Szene setzen lasse. "Wir haben viele Ideen. Doch darüber wollen wir jetzt erst mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch beraten, bevor ich die konkreten Orte nenne", berichtet Anne Petrick. Ziel sei es, den Glasbläser öffentlich zugänglich zu machen. Wenn das gelingt, habe die Denkmalschutzbehörde dafür Fördermittel für 2017 in Aussicht gestellt. Erst in der vergangenen Woche habe es einen Termin dazu mit Fachleuten des Landes und Kreises gegeben. "Denn wir können die geschliffenen Glassegmente nicht irgendwo an eine weiße Wand hängen. Dann würde niemand etwas erkennen. Die Fenstergravur muss unbedingt vor eine Beleuchtung", macht die Weißwasseranerin deutlich. Sie sei optimistisch, dass das Vorhaben gelingt.

Ein Teil der Kosten dafür, sie geht von etwa 11 000 Euro aus, könne über Spenden beglichen werden. Eine Sammlung dazu hatte Anne Petrick bereits vor einigen Jahren initiiert, ein Konto dafür eingerichtet. Und als ihr Planungsbüro vor zwei Jahren den 20. Geburtstag feierte, bat sie ihre Party-Gäste um klingende Münzen für das Projekt anstelle von Geschenken. Stolze 1500 Euro seien damals zusammengekommen.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 07.12.2016


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Aktualisierung:
08.12.2016


 

Aus neun Segmenten setzt sich der Glasbläser zusammen. Uwe Mühle von der Denkmal-Kommission zeigt eins davon. Foto: J. Rehle