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Wilhelm Wagenfeld soll Ehrenbürger werden
Vorschlag von Glasmuseum und Denkmal-Kommission / Initiatoren erhoffen sich Werbewirkung für Weißwasser

VON DANIEL PREIKSCHAT
 



Die Stadt Weißwasser könnte in diesem Jahr einen zweiten Ehrenbürger bekommen. Nach dem jüdischen Glasindustriellen Joseph Schweig soll der Titel dem Glas- und Porzellan-Designer Wilhelm Wagenfeld zugesprochen werden.

Zumindest schlagen das die Denkmal-Kommission und der Förderverein des Glasmuseums in Weißwasser vor. Ein entsprechendes Schreiben sei an den Oberbürgermeister gegangen, so Karl-Heinz Melcher, Vorsitzender der Denkmal-Kommission. Entscheiden müsse darüber am Ende selbstverständlich der Stadtrat.

Wilhelm Wagenfeld habe den sehr guten Ruf des Gläserfertigungsstandorts Weißwasser mit begründet, erklärt Horst Fasold, Vorsitzender des Fördervereins. Gut besuchte Ausstellungen mit Exponaten Wagenfelds 2010 im Glasmuseum Weißwasser und im vergangenen Jahr im Neuen Schloss Bad Muskau zeugten von der Anziehungskraft des Designers auf Touristen und Fachpublikum. In einem Positionspapier, so Fasold weiter, habe der Verein schon 2013 darauf hingewiesen, dass die Stadt Wagenfeld besser als bisher touristisch vermarkten sollte. Mit dem Ehrenbürger-Titel und einer begleitenden Ausstellung im Glasmuseum wäre ein guter Anfang gemacht.

Hans-Dieter Marschner, ebenfalls Mitglied des Fördervereins, hatte in mehreren Beiträgen die Bedeutung Wagenfelds für Weißwasser aufgezeigt. Der 1900 in Bremen geborene Designer ließ sich vom Bauhaus inspirieren und wurde 1935 Künstlerischer Leiter der Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG). Dank Wagenfeld entwickelte sich Weißwasser daraufhin zu einem der bedeutenden europäischen Glaszentren. Die ästhetisch und technisch hochwertige Rautenglaslinie beispielsweise sei teilweise noch in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gefertigt worden. 1937 erhielt die VLG für das Rautenglas-Sortiment einen Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung. 1940 bekam das Unternehmen einen weiteren Grand Prix auf der Mailänder Triennale. Ascher, Kelche, Vasen und Tischleuchten seien stilprägend gewesen. Eine Bremer Firma baut die Bauhaus-Lampe Wagenfelds heute als Originalversion für den Verkauf nach.

Wilhelm Wagenfeld half nach dem Krieg, die zerstörte Produktion in der Stadt wieder instand zu setzen, heißt es in einem Beitrag Marschners weiter. Später war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und arbeitete für namhafte Firmen wie WMF. Wagenfeld selbst aber schrieb 1960 in einem Brief, dass er nie so viel Zustimmung und Entscheidungsfreiheit gehabt habe bei seiner Arbeit, wie in Weißwasser.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 08.01.2015


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Aktualisierung: 08.01.2015
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Wilhelm Wagenfeld.
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