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An Weißwassers Glasdesigner wird mit einer Straße erinnert
Erst nach dem Untergang der DDR wurde aus der Wilhelm-Pieck-Straße der Prof.-Wagenfeld-Ring.

Von Bernhard Donke



Frank Domel wohnt mit seiner Familie schon seit 1990 in dem heutigen Professor-Wagenfeld-Ring in Weißwasser. Als er hier mit seiner jungen Familie einzog, trug die Straße noch den Namen des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. „Es muss schon kurz nach der Wiedervereinigung 1990 zum Namenswechsel gekommen sein“, erzählt der Familienvater und Angestellte im Bauhof der Gemeinde Gablenz-Kromlau. Über den heutigen Namensgeber seiner Straße weiß er nicht allzu viel. Nur, „dass es sich um einen Mann und Glasdesigner handelt, der hier in Weißwasser in der Mitte der 1930er Jahre recht erfolgreich tätig war und der Stadt zum guten Ruf als Glasmacherstadt verhalf.“ In Erinnerung an ihn erhielt die Straße ihren Namen.

Der Pionier des Industrieglases und bedeutende Produktdesigner Professor Wilhelm Wagenfeld wurde am 16.April 1900 in Bremen geboren. Er erlernte zunächst den Beruf eines Silberschmiedes. 1924 entwarf er bereits die Lampe WG 24, eine zeitlose Tischlampe, die heute als Wagenfeld-Bauhaus-Leuchte bekannt ist. Ab 1931 hatte Wagenfeld für vier Jahre eine Professur an der Staatlichen Kunsthochschule in Berlin inne. Danach begann seine Laufbahn als künstlerischer Leiter der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in Weißwasser. 1938 entwarf er hier das Kubus-Geschirr aus stapelbaren Glasbehältern, dass der Stadt und ihm viel Ehre einbrachte. Nach dem Krieg hatte er kurzfristig eine Professur an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin inne. 1954 ging er nach Stuttgart und gründete hier die „Werkstatt Wagenfeld“, die er bis 1978 leitete. Er starb am 28.Mai 1990 in Stuttgart.

Seine Arbeiten und Entwürfe werden bis heute als „Design-Klassiker“ produziert. Für sie erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. So als Ehrenmitglied des Deutschen Werkbundes Berlin. Zweimal erhielt der den Bundespreis „Gute Form“ – für sein „Trinkservice“ 1965 und 1982 für seine „Wagenfeld -Leuchte“.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 08.02.2010

© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 08.02.2010


 

Mit dem Straßennamen "Prof.-Wagenfeld-Ring" ehrt die Stadt Weißwasser die Verdienste von Wilhelm Wagenfeld für die Glasmacherstadt. 
Foto: B. Donke