Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich


Bürger verpassen der Stadt Denkzettel
Fragebogen-Aktion bringt beunruhigendes Ergebnis / Kritik an Investition in Kunstrasenplatz und Eishalle

VON Daniel Preikschat



In Weißwasser sind viele Bürger nicht einverstanden mit der Arbeit von Stadtrat und Stadtverwaltung. Ihrer Meinung nach wird zu viel Geld in den Sport, zu wenig in die Kultur investiert. Dieses Ergebnis erbrachte eine Fragebogen-Aktion von Wir für Hier.
Bürger verpassen der Stadt Denkzettel

Silko Hoffmann war erfreut und erschrocken zugleich über das, was ihm und seinem Wir für Hier-Mitstreiter Hartmut Schirrock in den letzten Wochen auf ihre 15 Fragen geantwortet wurde. "Respektlos" und "unter der Gürtellinie", dabei wenig konstruktiv seien die Anmerkungen nicht weniger Weißwasseraner gewesen, die den verteilten und ins Internet gestellten Bogen ausgefüllt haben. Rathaus-Mitarbeiter seien teilweise persönlich angegriffen worden. Er habe diese Bögen sofort aussortiert, sagte Hoffmann am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebnisse – 43 von etwa 100. Das zeige, wie weit verbreitet Frust und Unmut in Weißwasser seien.

Auf der anderen Seite sprechen viele Antworten für die Verbundenheit der Weißwasseraner mit ihrer Stadt, deren Entwicklung sie kritisch begleiten. Wichtige Erkenntnis dabei für Hoffmann: Kunstrasenplatz und Eishalle inklusive Fanmeile werden als die "sinnlosesten" Investitionen in Weißwasser in den letzten fünf Jahren angesehen. Nur noch die Machbarkeitsstudie für die Buga beziehungsweise die IGA wird als ähnlich sinnlos betrachtet.

Sinnvoll dagegen waren für Fragenbeantworter Investitionen in Schulen, Straßen, Wohngebäude-Rückbau und Bahnhofsvorplatz. Müsste die Stadt 500 000 Euro einsparen, sollten laut den Angaben auf 56 der 58 ausgewerteten Bögen zunächst die Personalkosten im Rathaus gesenkt werden. 55 der Teilnehmer würden zudem Ausgaben im Bereich Sport senken. Weiter sollte die Stadt Investitionen insgesamt sorgsamer prüfen und Bauvorhaben samt Kostenermittlung genauer planen.

Nur begrenzt etwas tun kann die Stadt aufgrund der Eigentumsverhältnisse gegen Schandflecke. Den unrühmlichen ersten Platz nimmt bei der Fragebogen-Aktion das Volkshaus ein. Es folgen: die Gelsdorfhütte, das Grundstück samt Gebäude neben dem Glasmuseum, das Gebäude gegenüber der Kita Ulja, Bärenhütte und Schnitter-Brauerei.

Gerne stärker beteiligt wären die Bürger, wenn es um Straßenausbaubeiträge, die Gestaltung des Areals am Schweren Berg, die Sauberkeit in der Stadt und die Haushaltssatzung geht. Bei der Frage nach Geschäften, die in Weißwasser eröffnen sollten, wurden zuerst DM, H&M und C&A genannt, dann Baumarkt, Erlebnisbrauerei, Spiele Maxx und Media Markt. Doch auch mehr Produkte aus der Region würde man gern bekommen.

Apropos Wünsche. Mehr unbekannte Talente, Tanzschulen, Harmonikaorchester, Kinder und Chöre würden die Antwortgeber gern erleben. Mehr Tanzabende für Alt und Jung, mehr Spielplätze und gepflegtere Naherholungsgebiete, verbesserte Grünpflege, überhaupt mehr Ordnung und Sauberkeit in der Stadt stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste.

Sehr bedenkenswert gerade auch für Hoffmann und Schirrock ist die auf fast allen Fragebögen bemängelte Zusammenarbeit zwischen Bürger und Stadtrat. Eine klare Mehrheit fühlt sich nicht ausreichend von den Gewählten vertreten und informiert. In Reaktion darauf will Silko Hoffmann verschiedene Themen im Stadtrat ansprechen, außerdem die Fragebogen-Ergebnisse an Stadträte und Stadtverwaltung weitergeben. Und natürlich werde die Aktion noch in die sem Jahr wiederholt.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, 08.08.2015


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 16.08.2015
Impressum


 

Werden von den Bewohnern der Stadt als die schlimmsten Schandflecke betrachtet: das Volkshaus, die Gelsdorfhütte und das Gebäude samt Grundstück neben dem Glasmuseum
Foto: D. Preikschat