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Telux-Werk:
Lausitz-Festival:
Film aus Weißwasser eröffnet das Kulturfestival
Ein Wiener Produktionsteam hat im Glaswerk Telux einen Film gedreht, der am 25. September zur Eröffnung über eine große Video-Installation zu sehen ist.

Von Christian Köhler

 


Gespannt sitzen die 18-Jährige Meike Graf und der 16-Jährige Marvin Melcher aus Weißwasser vor der großen Halle auf dem Telux-Gelände. Beide Jugendliche wollen heute beim Filmdreh mitmachen, den eine Wiener Produktionsfirma seit zwei Wochen in Weißwasser erstellt. „Meine Mutter hat mir einen Aufruf auf Facebook gezeigt“, erzählt Meike Graf, „und ich habe nicht lange überlegt und mich für den Filmdreh angemeldet.“ So geht es auch Marvin, der über das Soziokulturelle Zentrum (SKZ) von dem Projekt erfahren hat. „Ich hab gleich gedacht, da bin ich dabei“, sagt er. Worum es eigentlich geht, dass wissen die beiden noch nicht so genau.

Lausitz-Festival wird mit Video-Installation eröffnet

Drinnen, wo einst die Schmelzwanne das Gemenge auf Temperatur brachte, wuseln Helfer herum, räumen, ziehen Stromkabel und installieren Licht und Nebelmaschinen. „Das ist einfach genial“, sagt Aaron Kitzig, der hier Regie führt. Begeistert ist er von der einstigen Industrieanlage. „Es ist fast so, als hätten die Arbeiter in dem Glaswerk alles fallen gelassen und sind einfach gegangen“, gibt er zu verstehen. Überall liegen Utensilien herum, Kleidung, Schalter, Hinweistafeln und klar, auch viel Staub und Glas. Hier ist 100 Jahre Glasherstellung hautnah und authentisch zu erleben.
Der Wahl-Wiener hat nun die Aufgabe, eine große Video-Installation für das Lausitz-Festival zu erstellen, was am 25. September in Weißwasser groß eröffnet wird. Dazu hat er sich mit seinem Team in Weißwasser einquartiert und sich mit der Glasherstellung beschäftigt. „Unser Anspruch ist nicht, ein Dokumentarfilm zu machen, sondern die Glasherstellung künstlerisch in Szene zu setzen“, sagt Aaron Ktzig, der eigentlich aus Berlin stammt.

Originalschauplatz – echte Weißwasseraner zu sehen

Dazu ist er in Verbindung mit dem Glasmuseum getreten. „Uns geht es darum, mit den Menschen vor Ort zu sprechen, sie in das Projekt einzubeziehen“, so Kitzig. Die Weißwasseraner sollen schlicht die Hauptdarsteller sein. Klar, dass Glasmuseums-Chefin Christine Lehmann da geholfen hat. „Wir haben ehemalige Mitarbeiter vermittelt und mit Rat und Tat den Produzenten zur Seite gestanden“, sagt sie der Rundschau. Heute ist auch sie vor Ort, wird Teil des Video-Drehs.
„Wir haben Originale bekommen, das heißt Kleidung, Glaspfeiffen bis hin zu Holzschuhen“, sagt Aaron Kitzig. In drei Gebäuden auf dem rund 74 000 Quadratmeter großem Gelände des Altwerkes wird gedreht. Dabei, so schwebt dem Regisseur vor, sollen verschiedene Etappen der Glasproduktion gezeigt werden – von der Handarbeit über die Kolbenherstellung bis zur industriellen Produktion von Spezialglas. „Wir hoffen, dass sich in unserer späteren Installation nicht nur ehemalige Arbeiter wiederfinden, sondern auch das Bildungsbürgertum angesprochen wird“, sagt Aaron Kitzing.

Künstlerische Verarbeitung der Glasproduktion

Denn unter dem Motto „Metamorphosen“ will Kitzig die Glasherstellung in die griechische Mythologie von „Orpheus und Eurydike“ in Beziehung setzen. Die Unterwelt soll gekonnt in Szene gesetzt werden – zu viel sei an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten. Mit Live-Musik und Bandaufnahmen sollen die überdimensionierten Installationen auf dem Telux-Werk untermalt werden. „Wir haben auch riesige Porträt-Aufnahmen gemacht, die an dem Abend zu sehen sein werden“, sagt Aaron Kitzig.

Lausitz-Festival

Die Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg hatten am 11. Juni 2019 auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung beschlossen, im Zuge des Lausitzer Strukturwandels ein länder- und spartenübergreifendes Kultur- und Kunstfestival von besonderer Qualität und mit internationalem Anspruch zu entwickeln. Das Lausitz-Festival soll von Lübben bis Zittau und Doberlug-Kirchhain bis Bad Muskau vom 25. September bis zum 16. Oktober stattfinden. Geplant sind insgesamt fast 50 Veranstaltungen in Sachsen und Brandenburg, die Auftaktveranstaltung findet in Weißwasser statt. Künstlerischer Leiter ist Daniel Kühnel, Trägerin des Festivals die Görlitzer Kulturservicegesellschaft.Die Schirmherrschaft haben die Ministerpräsidenten von Sachsen und Brandenburg, Michael Kretschmer (CDU) und Dietmar Woidke (SPD), übernommen.

In Bad Muskau finden sowohl im Neuen Schloss als auch in der Orangerie weitere Veranstaltungen statt. Informationen gibt es auch im Internet unter www.lausitz-festival.eu.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Mittwoch, 9. September.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 08.09.2020


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E-Mail:
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Aktualisierung:
08.09.2020


Im Altwerk der Telux ist ein Video-Dreh über zwei Wochen realisiert worden. Im Ergebnis steht eine Video-Installation, die zur Eröffnung des Lausitz-Festivals in Weißwasser zu sehen sein wird.
© Foto: M. Steiner
Gespannt hört Glasmuseum-Leiterin Christine Lehmann zu, als Regisseur Aaron Kitzig erklärt, wie der Film in Weißwasser entsteht.
© Foto: Ch. Köhler