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25 Jahre Glasmuseum Weißwasser:
Ein Fest zum Museums-Jubiläum am 3. Juli
Am 3. Juli will das Glasmuseum Weißwasser und der Förderverein seinen Geburtstag feiern. Doch zunächst hofft das Museum der Stadt auf eine Öffnung zum 15. Juni.

VON CHRISTIAN KÖHLER


Seit dem 2. November des vergangenen Jahres ist im Glasmuseum in Weißwasser kein Besucher mehr gewesen. Wegen der Corona-Pandemie und den angeordneten Maßnahmen ist das Museum für die Öffentlichkeit geschlossen. „Es war dennoch ständig jemand hier, denn es gibt unglaublich viel Arbeit“, betont Glasmuseumsleiterin Christine Lehmann. Schließlich beherbergt das Museum nicht nur das industrielle Erbe der Stadt, sondern ist gewissermaßen Bewahrer ganz besonderer Schätze, die die Stadt und ihre Glasarbeiter und Gestalter hervorgebracht haben.

Inventarisierung des Glasmuseums Weißwasser in vollem Gange

„Und damit nichts verloren geht, ist die Inventarisierung des Bestandes ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt die Leiterin. Zu diesem Zweck ist inzwischen auch eine weitere Mitarbeiterin aus dem Rathaus im Museum tätig. Schließlich geht es nicht nur um mehr als 20.000 Gläser, sondern auch um Kataloge, Fotos, Gemengebüche, Anleitungen für Glasschliffe und und und. „Ich bin froh, dass ich dabei Hilfe bekommen habe, denn es ist allein gar nicht schaffbar.“
Insofern hat der Förderverein, der sich am 8. Juni 1993 ganz offiziell gegründet hat, ganze Arbeit geleistet. Seinem Wirken nämlich ist es vor allem zu verdanken, dass Gläser, Gestaltungsbücher und Kataloge überhaupt noch existieren. „Es ist das industrielle Erbe der Stadt, was hier im Museum bewahrt wird“, bekräftigt Christine Lehmann. Der Verein hatte damals bereits begonnen, während die Idee, ein eigenes Museum zu gründen, noch gar nicht Realität geworden war.

Gründung vom Förderverein und des Museums in Weißwasser

Die Gründung und Eröffnung in der Gelsdorfvilla an der Forster Straße in Weißwasser erfolgte dann nämlich drei Jahre später: Am 3. Juni 1996 ist das Glasmuseum in Weißwasser eröffnet worden. „Und genau dies nehmen wir zum Anlass für ein Museumsfest“, berichtet die Museumschefin. Am 3. Juli soll dazu den gesamten Tag bei freiem Eintritt eingeladen werden. Neben Spiel und Spaß für Kinder mit Riesenseifenblasen ist auch eine Theatermacher vor Ort vom Knalltheater in Leipzig. „Wir haben für den Abend auch eine Liveband, die in unserem Garten auftreten wird“, so Christine Lehmann.
Ohnehin soll der Garten der Villa stärker genutzt werden – „und das ist doch ein würdiger Anlass, das erste Mal draußen etwas zu machen“. Am darauffolgenden Sonntag, 4. Juli, wird zu einem Kulturbrunch geladen. „Wir hoffen, dass wir das Hygienekonzept genehmigt bekommen und die beiden Veranstaltungen stattfinden können“, so Christine Lehmann.

Öffnung des Glasmuseums Mitte Juni in Weißwasser

Jene Hoffnung verbindet die Leiterin auch mit der Öffnung des Museums, die laut der Corona-Schutzverordnung am Montag, 15. Juni, möglich ist. Auch müsse noch eine Genehmigung erfolgen. Allerdings, da ist sich Förderverein und Museumsleitung einig, lohne sich ein Besuch im Museum. Denn die Schließung ist nicht nur für die Inventarisierung genutzt worden, sondern auch für Modernisierungsarbeiten.
Im Obergeschoss der Villa etwa erstrahlen die Räume in neuen Farben. Auch die Beleuchtung der Vitrinen ist wesentlich verbessert worden. „Mit einem neuen Farbkonzept sowie einer neuen Aufbereitung der Dauerausstellung sollen die wunderschönen Exponate moderner und den Sehgewohnheiten angepasster präsentiert werden“, beschreibt Christine Lehmann das Anliegen. Noch im kommenden Winter soll die Modernisierung weiter laufen. Allerdings hofft die Leiterin darauf, dass zuvor die Besucher wieder ins Museum kommen.

Von Horst Gramß bis zum „besonderen Anlass“ in Weißwasser

Neben der Dauerausstellung nämlich gibt es Werke vom Weißwasseraner Glasgestalter Horst Gramß zu sehen, der im vergangenen Jahr seinen 85. Geburtstag gefeiert hat. Übrigens hat die Stadtverwaltung mit dem Museum dazu auch einen Katalog publiziert, der im Museum zu haben ist. Die Sonderausstellung ist bereits 2020 gestartet worden, konnte jedoch wegen der Pandemie nur wenige Tage bestaunt werden. Anfang September gibt es dann eine neue Sonderausstellung, die gewissermaßen die Weißwasseraner selbst in den Mittelpunkt rückt. „Aus besonderem Anlass – Stadtgeschichten aus Glas“ ist der Versuch, Gläser, die in den vergangenen Jahrzehnten anlässlich von Jubiläen hergestellt wurden, zu zeigen.
„Jeder, der so ein Glas zu Hause hat und uns dazu eine Geschichte erzählen kann, kann uns dies für die Ausstellung gern zur Verfügung stellen“, sagt Christine Lehmann. Einige „Sonderstücke“ sind schon ins Museum gebracht worden. „Wir freuen uns in jedem Fall, wenn es wieder losgeht und erste Besuchergruppen ins Museum kommen“, sagt sie. Und damit auf das Museum aufmerksam gemacht wird, will Verein und Leiterin auch bei der Sternradfahrt am Wochenende bei der Waldeisenbahn Muskau einen kleinen Stand anbieten.

Ausstellung zu Dorothea von Philipsborn

Das Glasmuseum in Weißwasser plant für das kommende Jahr eine Ausstellung mit dem Landesmuseum Brandenburg in Cottbus. Wie Christine Lehmann erklärt, soll es sich dabei um die Bildhauerin Dorothea von Philipsborn drehen. Ein Teil der Ausstellung soll in Weißwasser, der andere in Cottbus zu sehen sein.
Ob in diesem Jahr das Symposium der Glasgravur im tschechischen Kamenisky Senov stattfinden kann, sei noch nicht geklärt. Eine Kooperation mit Weißwasser ist 2019 geschlossen worden. Wegen der Corona-Pandemie ist das Symposium 2020 abgesagt worden. Ob es 2021 nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Deren Exponate sollen ebenfalls in Weißwasser gezeigt werden.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 10.06.2021


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 09.06.2021


Silvio Schenk vom Glasmuseum Weißwasser bestückt die neu gestalteten Vitrinen und Räume.
© Fotos: Ch. Köhler
Fotos 2 bis 4: Blick in den neu gestalteten Arsallglas-Raum
 
 
Blick in die Sonderausstellung zu Ehren von Heinz Schade