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Stadt holt Denkmalschützer ins Boot
Weißwasser will bei der künftigen Sanierung der alten Glasfachschule Fehler vermeiden

Von Gabi Nitsche



Die Untere Denkmalschutzbehörde im Landkreis Görlitz hat der Stadt Weißwasser Unterstützung zugesagt in Sachen alte Glasfachschule. Das berichtet Oberbürgermeister Torsten Pötzsch nach einem Vor-Ort-Termin, den er als sehr positiv einschätzt.

Seit mehr als einem Jahr ist die Stadt Weißwasser Eigentümer der früheren Glasfachschule an der Berliner/Ecke Bautzener Straße. Vom ersten Tag an war es Ziel, das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und in gute Hände zu geben. Um auf dem Weg dorthin nichts verkehrt zu machen, holte sich die Stadt jetzt die Untere Denkmalschutzbehörde mit ins Boot.

Bei mehr als 30 Grad sengender Hitze trafen sich Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak und Detlef Krahl vom Baureferat zu Wochenbeginn mit Jeannett Göschick und Friederike Vialon vom Landratsamt zum Vor-Ort-Termin. Durch meterhohes Unkraut schafften sich die fünf Zutritt. "Uns ist es wichtig, den Denkmalschützern so zeitig wie möglich Gelegenheit zu geben, sich mit dem Thema zu befassen. Sie sollen uns sagen, wie wir mit dem Objekt aus ihrer Sicht umgehen sollen", so Detlef Krahl. Denn aus den Gesprächen mit den Interessenten für die alte Glasfachschule ergaben sich einige Fragen, so OB Pötzsch, die diese geklärt haben möchten, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. "Wir erhoffen uns Unterstützung von der Behörde in Dingen, wo wir uns unsicher sind." Ginge es allein nach Pötzsch, sollte der parkähnliche Charakter bei der späteren Nutzung durch privat unbedingt erhalten bleiben. Dem Gebäude gut zu Gesicht stehe würde es ebenso, so der OB, wenn die architektonischen Besonderheiten, wie zum Beispiel die Fenstergestaltung, bei einer Sanierung beachtet würden.

In diesen Punkten gehe der Denkmalschutz völlig konform mit der Stadt, so Pötzsch nach einem zweistündigen Rundgang über das 12 000 Quadratmeter große Grundstück. "Der Termin war sehr positiv. Der Denkmalschutz wird die Stadt und die künftigen Investoren unterstützen und keine Hürden aufbauen", nennt der Oberbürgermeister das Fazit. Es liege den Mitarbeitern der Kreisverwaltung genauso am Herzen wie den Weißwasseranern, dass es mit dem Areal vorangeht. Jeannett Göschick und Friederike Vialon seien erschrocken gewesen, wie es im Innern der einzelnen Bauten aussehe. "Vor allem, als sie die Villa von innen sahen." Es wurde am Montag auch geguckt, was von der vorhandenen Gebäudesubstanz weg kann. Dabei gehe es um Anbauten, die im Laufe der Jahrzehnte entstanden. Man sei übereingekommen, das Nutzungskonzept mit den Investoren aufzustellen, sich dann gemeinsam an einen Tisch zu setzen.

Seit Weißwasser im Juni 2013 die Schlüssel für das Objekt übernahm, vergeht kaum ein Tag, an dem die städtischen Hausmeister nicht gefordert sind. Immer wieder seien Fenster eingeschlagen und Türen eingetreten worden. "Wir haben einen Teil mit Brettern versehen", berichtet Detlef Krahl. Unabhängig davon musste Weißwasser als Eigentümerin auch auf Mängel reagieren, um Schäden vorzubeugen. So nagte der Zahn der Zeit zum Beispiel am Dach der Glasfachschule. Die Stadt ließ in den vergangenen Tagen einen Teil davon neu machen. Kostenumfang: rund 10 000 Euro.

 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 09.07.2014


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Aktualisierung: 09.07.2014


 

Stadt holt Denkmalschützer ins Boot OB Torsten Pötzsch (M.), Thorsten Rennhak und Detlef Krahl von der Stadtverwaltung sowie Jeannett Göschick und Friederike Vialon vom Landratsamt beim Vor-Ort-Termin an der alten Glasfachschule.
Foto: G. Nitsche