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Döberner Wahrzeichen erinnert an Pückler-Pyramide
Das „Cristalica Kingdom“ strahlt im weihnachtlichen Glanz. Das lockt viele Schaulustige. Es hat aber auch 25 Millionen Euro für den Glasstandort bedeutet.

Von Beowulf Kayser


 
Das neue Döberner Wahrzeichen soll an Fürst Pücklers Wasserpyramide im Branitzer Park und die Inkas erinnern. Seit einigen Tagen wird das gläserne Kaufhaus an der stark befahrenen Bundesstraße 115zwischen Cottbus und Weißwasser von einer sandfarbenen Inka-Mauer umrahmt. Das zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert in Mittel- und Südamerika herrschende Indianervolk kannte weder Geld noch Steuern, dafür aber die berühmten Inka-Mauern aus schweren, zyklopischen Granitsteinen. „Zu viel Protz“, sagen die Einheimischen. „Ein fantastischer Hingucker mit Sogwirkung“, erklären die mit Bussen in die Glasmacherstadt kutschierten Touristen. Jedenfalls erstrahlt die nachts grün, blau und rot angestrahlte rund 18 Meter hohe „Cristalica Kingdom“ jetzt im weihnachtlichen Glanz und lädt zu einem unvergesslichen Bummel durch die alte und neue Döberner Glaswelt ein.

„Die eigentliche Glaskunst muss über die kommenden Jahre wieder mühsam in die Region zurückgeholt werden“, erklärte Geschäftsführer Lutz Stache von der Cristalica GmbH Döbern. Der gebürtige Thüringer und erfolgreiche Cottbuser Unternehmer hatte vor vier Jahren die 1867 von den Gebrüdern Hirsch gegründete Glashütte aus der Insolvenz gerettet. Ohne großen Medienrummel führte er sie mit einem neuen Konzept und einer Handvoll gestandener Glasmacher wieder auf den heftig umkämpften Markt zurück. 65 der einst 130 Mitarbeiter stehen seitdem in Döbern wieder in Lohn und Brot. „Bis zum 1. Quartal 2014 sollen es wieder rund 90 Beschäftigte werden“, sagte Brand-Managerin Anja Ginter der SZ. Über 25 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2015 in fünf zukunftsfähige Projekte am Standort investiert werden. Dazu gehören außer der vollautomatischen Glasfabrik und Manufaktur auch eine Glasproduktion für Gäste, ein Kinderspielplatz, ein Inka-Restaurant und auch die gläserne Pyramide.

Rund 2,5 Millionen Euro hat das Döbener Alleinstellungsmerkmal bisher gekostet. Auf den zwei Etagen Ausstellungsfläche sind gegenwärtig über 4000 Glasprodukte in 34 Vitrinen und auf 14 Tischen zu bewundern. „Bis zum Jahresende werden es über 6000 Glasartikel sein“, kündigte die 31-jährige Managerin an. Die Palette reicht von den Döberner Glastropfen (Nuggets) für zehn Cent bis zur großen Überfangvase für 1126 Euro. Edle Sitzecken mit Sofas und historischen Stühlen laden zum Verweilen auf den mit Treppe und Fahrstuhl verbundenen Ebenen ein. 16 funkelnde Kronleuchter schmücken die Pyramidenflächen. Der größte ist ein rund acht Meter hoher Svarovski-Kristallleuchter mit 3800Steinen. Dazu kommen feinstes Döberner Kristall und Schmuck aus der hauseigenen Kollektion vom kleinen Ohrstecker bis zum hochwertigen Collier aus Silber mit Halbedelsteinen und aus Diamantenstaub. Auch bedrucktes Flachglas mit privaten Fotos und Malereien mit eigenen Motiven gehört zum Angebot. Acht große Wandbilder des Cottbuser Designers Ingolf Kühn verleihen der gläsernen Erlebniswelt außerdem Individualität für einen Weihnachtsbummel der besonderen Art.

 

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 09.12.2013 


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 10.12.2013


 

Foto: Teurer Blickfang: Die gläserne Pyramide in Döbern hat bisher rund 2,5 Millionen Euro gekostet. Der Eintritt ist kostenlos.
Foto: B. Kayser