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Telux sieht Licht am Tunnelende
Weißwasseraner kooperieren in Sachsen / Alte Danneranlage geht wieder in Betrieb

VON Gabi Nitsche
 



Die Telux GmbH nimmt im zweiten Halbjahr eine stillgelegte Anlage wieder in Betrieb und schmilzt dort Glas für ein sächsisches Unternehmen. Dieses stellt Produkte für die Auto-, Elektro- und Luftfahrtindustrie her.

Für 18 der 41 Mitarbeiter, die im Februar nach einem Jahr Kurzarbeit ihre Kündigung erhielten, sei damit die Wiedereinstellung verknüpft, sagt Geschäftsführer Andreas Nelte. Die Telux habe sich dazu auch gegenüber der Agentur für Arbeit verpflichtet. "Wir werden voraussichtlich ab Mai die ersten davon für den neuen Job anlernen und schulen." Laut Chef Nelte erfolgt dies mit der Ausbildungsgesellschaft Rodig und der Agentur für Arbeit. Was die Wiederinbetriebnahme der Danneranlage angeht – hier wurde einst für das Fernsehkolbenwerk Tschernitz produziert – seien am Dienstag alle notwendigen Entscheidungen getroffen worden. 700 000 Euro werden dafür investiert. "Die Partnerfirma, die die Unterstützung der Sächsischen Aufbaubank erhält, und unsere Hausbank machen das möglich", berichtet Nelte. Die Telux schmelze ab dem zweiten Halbjahr dort Glas für den Kooperationspartner. Der verarbeitet das Glas weiter und stellt Produkte für die Auto-, Elektro- und Luftfahrtindustrie her. Um welches Unternehmen es sich dabei handelt, will Nelte aus Wettbewerbsgründen noch nicht sagen. Perspektivisch sei vorgesehen, diese Produktion auch nach Weißwasser zu holen. Dazu müsste hier dann die entsprechende Anlage aufgebaut werden. Nelte spricht von einem sechsstelligen Betrag, der dann investiert würde. Er sehe darin auch eine Chance, dann wieder mehr Leute zu beschäftigen. Derzeit arbeiten in der Telux noch 40 Personen. Neben den Kündigungen hätten einige die seit 2008 währende Hängepartie der Firma nicht mehr ausgehalten und seien von sich aus gegangen. Andreas Nelte verstehe es, bedauere es zugleich. "Jeder ist in erster Linie für sich und seine Familie verantwortlich." Wenn Nelte eine Perspektive sieht, wolle er sie ansprechen.

Die jetzige Belegschaft bereite die Wiederinbetriebnahme der Danneranlage vor. Andere sind in der Gemengeproduktion tätig. Seit 2012 werden in Weißwasser Rohstoffgemische und Granulate hergestellt. Im vergangenen Jahr erzielte die Telux damit einen Umsatz von zwei Millionen Euro. Diesen 2014 auszubauen, gelingt nicht. "Wir werden in gleicher Höhe Aufträge realisieren", berichtet der Geschäftsführer zur Gemengeproduktion.

Außerdem sei es gelungen, einen Fünfjahresvertrag mit der thüringischen Firma Dr. Optics abzuschließen. Diese produziere Linsen für Autoscheinwerfer. Die Telux erziele mit Zulieferungen zwei Millionen Euro Umsatz in diesem Jahr. Zwei andere Projekte, mit denen die Weißwasseraner noch im letzten Jahr liebäugelten, gingen nicht auf. Dazu gehört eine Kooperation mit einer belgischen Firma, die für Farbanstriche Glaskugeln herstellt. Telux bereitete eine Testproduktion vor. Von dieser sollte die Serienproduktion abhängen. Doch das Vorhaben sei an den Belgiern und deren Finanzierung gescheitert, so Nelte. "Wir sind nach wie vor dazu bereit", signalisiert dieser. Zuversichtlich sei er indes, dass die Zusammenarbeit mit einer Technologie-Firma aus Jena für ein Großprojekt in China noch greift.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 10.04.2014


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Aktualisierung: 10.04.2014


 

1880 wurde hier erstmals Glas produziert.
Foto: G. Nitsche