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Der Förderverein Glasmuseum feiert sein 20-jähriges

VON REINER KELLER
 



Vor über 20 Jahren begann die Geschichte des Fördervereins: Einige wenige Enthusiasten taten sich zusammen, um das der Nachwelt zu erhalten, was gerade „den Bach hinunter zu gehen drohte“. Bedingt durch die marktwirtschaftlichen Konzentrations- und Verdrängungsprozesse und das nicht immer glückliche Agieren der „Treuhand“ war die ehemals in Weißwasser und der Region strukturbestimmende Glasindustrie im Begriff, auf ein Maß zu schrumpfen, die sie gerade noch erkennbar machte. Diese Glasindustrie gehörte dabei einstmals zu den größten Zentren der Glasindustrie weltweit.

Aus dem kleinen Häuflein der Gründungsmitglieder wurden bald über 60 Mitglieder, die selbst zumeist alle jahre- oder jahrzehntelang in der Glasindustrie tätig waren. Für das Sammeln und Sicherstellen der Exponate sowie die Sanierung der „Gelsdorf-Villa“ wurden geschätzte 40.000 Stunden ehrenamtlich und freiwillig geleistet. 1996 konnte der Förderverein der Stadt Weißwasser ein funktionsfähiges Glasmuseum übergeben, welches sich in Bezug auf sein wissenschaftliches, gestalterisches und museumspädagogisches Konzept in keiner Weise zu verstecken brauchte. Es war ein Fachmuseum entstanden, das auch den Anforderungen der Fachleute standhalten konnte.

Und bis heute lebt dieses Museum von der wissenschaftlichen Betreuung durch die aktiven Mitglieder des Fördervereins, die gemeinsam mit der Museumsleiterin Elvira Rauch ihr Herzblut und viele, viele Stunden ihrer Freizeit sowohl in die weitere Verbesserung der Dauerausstellung als auch in die zahlreichen Sonderausstellungen investieren. In den Grußworten des Oberbürgermeisters Torsten Pötzsch auf der Festveranstaltung wurde dieses überaus intensive Wirken des Fördervereins besonders gewürdigt und weitere Unterstützung in jeder Hinsicht zugesagt. Natürlich ist auch dem Oberbürgermeister auch klar, dass die damals 50- und 60-Jährigen heute 70 und 80 sind …

Der bewährte Festredner und Leiter der Arbeitsgruppe „Technologie“ des Fördervereins Hans Schaefer lies in seinen überaus geschliffenen Worten die Höhepunkte der letzten zwanzig Jahre Revue passieren. Er spannte den Bogen von den Exponaten der Sonderausstellung „Kitengela-Glas – Glas aus Afrika“, deren Exponate die weiteste Anreise hatten, bis zur Sonderausstellung „Diatret-Glas“, deren Exponate zwar vom Deutschen Josef Welzel stammten, der aber das dazu notwendige Rohglas aus Argentinien bzw. Brasilien beschaffen musste. Auch die zahlreichen weiteren Sonderausstellungen, die etwa Prof. Wilhelm Wagenfeld, Friedrich Bundtzen, Horst Gramß, Heinz Schade oder Gotthard Petrick gewidmet waren, rief er in Erinnerung. Er vergaß auch nicht auf die Sonderausstellungen hinzuweisen, die wissenschaftlich-technische oder technologische Themen zum Inhalt hatten. Als besondere Leistung des Fördervereins stellte er den Wiederaufbau des „Glasmacherbrunnens“ durch den Förderverein heraus – eigentlich ehemals als Kriegerdenkmal gedacht, welches aber in einzigartiger Weise friedliche Arbeit zur Aussage hat.

Geschichte wird immer von Menschen gemacht – natürlich auch die Geschichte des Fördervereins. Hans Schaefer nannte hier beispielhaft Jochen Exner, Wolfgang Hoyer, Horst May, Hartmut Branzk oder Christa Stolze. Diese Namen stehen auch für die vielen anderen, aktiven Mitglieder des Fördervereins.

Zu einer Festveranstaltung gehören natürlich auch Auszeichnungen. Der Vorsitzender des Fördervereins Horst Fasold verlieh die Auszeichnung des Fördervereins „Es ist ein unendlich Kreuz, Glas zu machen“ (ein Glas-Umhänger in Form des Zeichens der Allchemisten für Glas) an die Mitglieder des Fördervereins Prof. Christian Jentsch, Joachim Kerl und Hans-Dieter Marschner sowie an Silvia Buder von der Stadtverwaltung Weißwasser.
Der Stadtchor Weißwasser und das Laienkabarett „Die Lutken“ bildeten den würdigen kulturellen Rahmen für die Festveranstaltung.


Quelle: Glasmuseum, im April 2014


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Aktualisierung: 11.04.2014