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Personalausstellung Heinz Schade
anlässlich seines 75. Geburtstages und seines 60-jährigen Berufsjubiläums

VON REINER KELLER


Am 17. September 2010, 18 Uhr, wird im Glasmuseum Weißwasser eine neue Sonderausstellung eröffnet, die Heinz Schade gewidmet ist. Sie ist bis zum 14. November 2010 zu sehen. Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.

Heinz Schade gehört zu den wenigen Glasschleifern und –graveuren, die wirklich Meisterliches geschaffen haben. Seine berufliche Laufbahn ist eng mit der „Bärenhütte“ in Weißwasser und deren Nachfolge-Unternehmen verbunden. Schades Lehrmeister zu Anfang der fünfziger Jahre war der Glasschleifer-Meister Alfred Görner, der 1953/54 den Beweis angetreten hat, dass man Diatretgläser durch Hinterschleifen anfertigen kann. Bis dahin blieb die Anfertigung von Diatretglas – von den Römern erfunden und dann in Vergessenheit geraten - ein Phänomen. Görner gelang es, durch Schleifen eines dickwandigen Glaskörpers ein Diatretglas innerhalb von 4 Monaten herzustellen.

Schade war als Musterschleifer sehr produktiv und hat über 800 Schliffe und Dekore entwickelt bzw. mitentwickelt. Besonders erfolgreich war die enge Zusammenarbeit mit dem Designer Georg Richter. Die Gläser mit diesen Schliffen und Dekoren gingen in 36 Länder der Erde. Gleichermaßen wurden zahlreiche Sonderanfertigungen für Ehrungen und Auszeichnungen entworfen und angefertigt. In einem von Schade geleiteten Schleiferzirkel hat er junge Menschen an die Kunst des Glasschleifens herangeführt und auf sie seine Begeisterung für die Veredlung des Werkstoffes „Glas“ übertragen.

Für einen so überaus erfolgreichen Glasschleifer war es dann auch nur folgerichtig, sich mit der Herstellung von Diatretgläsern zu befassen. Solche Glasgefäße besitzen kunstvolle Durchbrüche, deren Ranken, Figuren, Netzwerke oder Schrift sich vom eigentlichen Glaskörper abheben. Durch Hinterschleifen der Motive entsteht ein regelrecht doppelwandiges Gefäß, dessen Äußeres nur durch dünne Stege mit dem inneren Gefäß verbunden ist und es wie ein Korb umgibt. 

Schades erster Versuch 1958 schlug fehl. Er blieb aber hartnäckig und war 1998 dann endlich erfolgreich. Dank seiner außergewöhnlichen Fingerfertigkeiten, seiner hohen und spezialisierten Qualifikation, seiner Ausdauer und Besessenheit war in über 300 Stunden eine Diatretglas-Vase entstanden. Dabei ist es nicht geblieben, denn bis heute hat Schade weitere derartige Glasgefäße geschaffen.

Quelle: Glasmuseum, September 2010


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Aktualisierung: 10.09.2010


 

Diatretglas-Vase "Cleopatra" von Heinz Schade