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 Stadträte wollen Denkmal retten
Skulptur vor ehemaliger Glasfachschule in Weißwasser zugewuchert und verwittert

Von DANIEL PREIKSCHAT


Denkmalschützer und Stadträte in Weißwasser wollen nicht länger dem Verfall des Denkmals vor der ehemaligen Glasfachschule zusehen. Der Oberbürgermeister soll gegenüber dem Eigentümer der Immobilie Druck machen.

Seit sie im Jahr 1955 errichtet worden ist, fand die Skulptur vor der Glasfachschule noch nie so wenig Beachtung wie heute. Hinter Büschen und Bäumen, von der Berliner Straße aus kaum noch erkennbar, wächst allmählich das Unkraut an der stellenweise schon moosgrün verfärbten Figurengruppe empor. Die Weißwasseranerin Maria Ruttmar bewegte der traurige Anblick derart, dass sie jüngst im Stadtrat fragte: „Wollen wir warten, bis die Skulptur so aussieht wie der Glasmacher-Lehrling vor der Restaurierung?“ Der Lehrling hatte bereits Risse im Kopf, keine Pfeife mehr und auch nur noch eine Hand, als ihn der Restaurator wieder herrichtete. Die Stadträte nehmen den Hinweis Maria Ruttmars ernst. So sagt Timo Schutza, Chef der Klartext-Fraktion: „Die Skulptur ist geschichtsträchtig und von hohem Wert für die Stadt.“ Leider gehöre ihr das Grundstück nicht, auf dem die 1955 von Walter Bullert aus Potsdam geschaffene Figurengruppe steht. Peter Barwich hat die Immobilie 2006 ersteigert. Auf ihn, so Schutza, müsse „öffentlicher Druck ausgeübt werden, damit die Skulptur nicht noch verfällt. Möglicherweise könnte das Denkmal umgesetzt oder erstmal eingelagert werden.

Auch Karl-Heinz Kittan, Vorsitzender der CDU-Fraktion, ist der Meinung: „Die Stadt muss dem Eigentümer der Glasfachschule klar machen, dass ihr die Skulptur wichtig ist.“ Aus Sicht der Linken eine Aufgabe für Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), Fraktionschefin Gudrun Stein: „Wir wollen ihn auffordern, den Eigentümer des Grundstücks anzuschreiben.“

Diese Idee hat auch die Denkmal-Kommission in Weißwasser. Dabei kommt es für Günter Segger, Leiter der Kommission, allerdings nicht infrage, die Skulptur umzusetzen. Dann könne man sie auch gleich zerstören. Sie gehöre dorthin, wo sie steht und bildet mit Gebäude und Eingangsbereich ein Denkmalschutzgebiet.

Für Segger ist es nicht damit getan, nur das Unkraut zu beseitigen und möglicherweise eine Sichtachse auf das Denkmal freizuschlagen. Man müsse die bereits angegriffene Skulptur komplett sanieren lassen, so wie damals den Glasmacher-Lehrling. „Dann hält sie wieder eine Weile.“ Ob Peter Barwich die Kosten dafür übernimmt, erscheint Segger indes fraglich. Schließlich habe Barwich seit Erwerb der Immobilie nichts in sie investiert.

Peter Barwich kündigt auf RUNDSCHAU-Nachfrage immerhin an, den Platz rund um die Skulptur bis spätestens Ende Oktober wieder in Ordnung bringen zu lassen. Er sei auch bereit, die gesamte Immobilie samt Skulptur an die Stadt zu verkaufen. Dabei müsste der Kaufpreis aber so hoch sein, dass er die Summe, die er bei der Versteigerung gezahlt hat, wieder herausbekommt.

OB Torsten Pötzsch war am gestrigen Montag für eine Nachfrage nicht zu erreichen. Er ist zurzeit im Urlaub.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser  vom 11.10.2011ews290411.htm


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Aktualisierung: 11.10.2011


 

Die Skulptur am Eingang zur ehemaligen Glasfachschule verschwindet mehr und mehr im Dickicht. 
Foto: D. Preikschat