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Improvisierte Dekorationen
Donnerstag öffnet Weihnachtsausstellung im Glasmuseum / Stölzle steuert Gläser bei

Von DANIEL PREIKSCHAT



Das Glasmuseum Weißwasser hält auch dieses Jahr an der Tradition fest, Besuchern eine Weihnachtsausstellung zu bieten. Dennoch betritt man dabei diesmal Neuland – in mehrfacher Hinsicht.

Viele Freunde des Glasmuseums Weißwasser kennen den Ablauf längst. Freitag, 18 Uhr, ertönt Musik. Ein Laudator preist den Künstler. Anstoßen mit Sekt, ein paar Häppchen. Dann wird geschaut, sich nett unterhalten. Irgendwann zerstreuen sich die festlich gekleideten Besucher wieder. Die Ausstellungseröffnung am morgigen Donnerstag dagegen soll ganz anders aussehen. Schon am Vormittag ist es soweit. Nicht Erwachsene, sondern Kinder sind die Ersten an den Vitrinen. Statt Sekt gibt es Süßes. Museumsleiterin Elvira Rauch spricht auch nicht von "Eröffnung", sondern von einer "Eroberung".

Wirklich dürfte die neue Weihnachtsausstellung im Glasmuseum Kinder besonders ansprechen. Vor allem der prächtige Weihnachtsbaum mit den vielen Geschenkpäckchen, dem schmucken Häuschen und dem fast kindsgroßen Nussknacker dürfte es ihnen antun. Was die sechs Vitrinen beherbergen indes, ist auf jeden Fall auch für Erwachsene interessant. Für Erwachsene vor allem, die sich an geschmackvoll arrangierten Weihnachtsdekorationen erfreuen können.

Ruheständler Lothar Otto, der früher schon Volkshaus und Stadtbibliothek für Veranstaltungen ausstaffiert hat, schuf entzückende Stillleben hinter Glas. Musizierende Holzpüppchen und Kerzenhalter-Männchen, Nussknacker aller Couleur und Matroschkas geben sich ein Stelldichein. Nüsse, Äpfel, Mandarinen und Gebäck verbreiten Gabentisch-Flair, Tannenzapfen und Plastik-Schneeflöckchen Weihnachtsatmosphäre. Ins Ensemble passend integriert sind Gläser von Stölzle, die, wie Otto zeigt, nicht nur zum Trinken geeignet sind. Dabei gelingt es dem 64-Jährigen überdies, mit den Dekorationen internationale Weihnachtsbräuche zu untermalen, die auf kleinen Erklärtafeln in den Vitrinen beschrieben sind.

"Ich bin da ohne Konzept rangegangen und habe nur versucht, das Beste aus dem zu machen, was ich zur Verfügung hatte", erzählt Otto. Zur Verfügung gestellt hatten ihm das Material Mitglieder des Museumsvereins. Stölzle, so Elvira Rauch, erklärte sich auf Anfrage sofort bereit, für die Ausstellung rund 100 Gläser auszuleihen. Man habe schnell improvisieren müssen. Musste doch die geplante Ausstellung mit Glaskrippen und Schwibbögen aus Glas ausfallen, weil Künstlerin Marion Fischer krank wurde.

Nur drei Wochen Zeit blieb dem Museum, um Ersatz zu organisieren. Dabei habe Silvia Buder von der Stadtverwaltung den rettenden Einfall gehabt, auf Lothar Otto zuzugehen. Die Idee, seine Dekorationen mit Trinkgläsern und den internationalen Weihnachtsbräuchen zu verbinden, sei dann aus der gemeinsamen Diskussion heraus entstanden.

Die Ausstellung "Gläserne Weihnachten" wird bis zum 23. Januar zu den Öffnungszeiten des Glasmuseums zu sehen sein. Kinder bis sieben Jahre zahlen keinen Eintritt. Parallel zur Ausstellung gibt es Lesestunden für Kinder. Vorgetragen werden Märchen und internationale Weihnachtsbräuche. Die Termine können Kitas und Grundschulen mit dem Museum machen.
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 11.12.2013 


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 11.12.2013


 

Ohne großes Konzept, aber mit viel Geschmack hat sich Dekorateur Lothar Otto ans Werk gemacht.
Museumsleiterin Elvira Rauch (r.) und Besucherin Anja Köhler erfreuen sich an den filigranen weihnachtlichen Szenen.
Fotos: J. Rehle