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600 Objekte erzählen Glasgeschichte
Sonderschau über Bauhaus-Legende Wilhelm Wagenfeld im Schloss Bad Muskau eröffnet

VON REGINA WEISS


Die Vereinigten Lausitzer Glaswerke AG stellen 1935 Bauhausschüler Wilhelm Wagenfeld als künstlerischen Leiter ein. Unter seinem Einfluss entwickelte sich die Stadt zu einem europäischen Glaszentrum. Daran erinnert eine Ausstellung im Neuen Schloss.

Das Teeservice aus Glas, schlicht in der Form und absolut funktional. Es wurde im Jenaer Glaswerk nach dem Entwurf Wilhelm Wagenfelds von Schott & Gen. hergestellt und ist bis heute ein Renner. "Das hatten wir auch zu Hause", erzählt Jan Hufenbach. Er sowie Arielle und Siegfried Kohlschmidt von der Agentur Blendwerck haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit dem Leben und Schaffen von Professor Wilhelm Wagenfeld beschäftigt. Ende 2011 stimmten sie mit der Fürst-Pückler-Stiftung das Konzept zur Ausstellung ab, die am Freitag in den neuen Räumen im Westflügel eröffnet wurde. Jan Hufenbach freut sich, dass dieses Konzept in den frisch ausgebauten Räumen im zweiten Geschoss des Westflügels so gut aufgeht. "Wir präsentieren eine der umfangreichsten Werkschauen über Wagenfeld", so Hufenbach. Wobei nicht nur Stücke des Glasdesigners, der 1900 geboren und 1990 verstorben ist, ausgestellt werden. So finden sich Werke von Friedrich Buntzen dem Schüler Wagenfelds, sowie Arbeiten von Horst Gramß, Heinz Schade und Manfred Schäfer, die den Produkten des Kombinats Lausitzer Glas Weißwasser ein Gesicht gaben. Den Schlusspunkt setzen Gläser aus der aktuellen Produktion von Stölzle. Neben den über 600 Objekten der Ausstellung sind die Macher besonders stolz, dass Stücke gezeigt werden können, die noch nie in der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Darunter ist eine Glasscheibe, auf der die Fabel von Storch und Fuchs verewigt ist, und die von Charles Crodel, einem Mitarbeiter Wagenfelds, für die Kindt-Villa in Weißwasser (heute Rosa-Luxemburg-Straße) geschaffen wurde. Erstmalig sind Fotografien von verloren gegangenen Grafiken des Dresdener Künstlers Hans Theo Richter zu sehen, die er für Wagenfeld zeichnete, und Bilder aus einer Mappe von Ernst Neufert mit Innenansichten der Vereinigten Lausitzer Glaswerke.

Auch wenn die Ausstellung "Wilhelm Wagenfeld in Weißwasser" heißt, hat der Designer auch Verbindungen nach Muskau gehabt, wie er in einem Brief an Crodels Enkel schreibt: "Abends sind wir öfter in den nahen Park des Fürsten Pückler gefahren und dort in die kleine Schenke auf jetzt polnischer Seite der Neiße."

"Wir wollen mit der Ausstellung auch regionale Identität stiften und Lust machen auf mehr Exponate, die im Glasmuseum Weißwasser zu finden sind", so Jan Hufenbach. Mit Unterstützung des Weißwasseraner Hauses und anderen Leihgebern wurde die Schau erst möglich. Diese ist nun bis zum 31. Oktober von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt beträgt drei Euro und schließt den Turmaufstieg ein.

Dieser wurde im Zuge der Bauarbeiten am Westflügel erneuert. Mit der Wagenfeld-Schau werden erstmals weitere ausgebaute Räume im Westflügel des Neuen Schlosses einer dauerhaften Nutzung übergeben.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 12.05.2012


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Aktualisierung:
13.05.2012


 

Jan Hufenbach von der Agentur Blendwerck freut sich, dass das Ausstellungskonzept gelungen ist.
Foto: R. Weiß