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Vor 60 Jahren zu ersten Glastechnikern ausgebildet

VON André Kurtas 



Eigentlich wird das Berufsschulzentrum für Technik und Wirtschaft (BSZ) in Weißwasser größtenteils nur von Jugendlichen frequentiert. Am Mittwochnachmittag besuchten die Lehreinrichtung aber auch Menschen, die längst das Rentenalter erreicht hatten.

»Wir waren damals im September 1950 die ersten Schüler, die in Weißwasser als Glastechniker ausgebildet wurden«, erklärt Dietmar Bartsch. Der heute 78-jährige ist seiner Heimatstadt bis heute treu geblieben. Andere von damals, die hier eine erstklassige Ausbildung genossen, zog es nach Thüringen oder in andere Landstriche. Am Mittwoch trafen sich einige von ihnen im neuen BSZ wieder. »Anfangs führten wir unsere Treffen nur alle fünf Jahre durch, inzwischen treffen wir uns jährlich.«

Durch das Weißwasseraner BSZ wurden sie von Schulleiter Gotthard Bläsche geführt. »Kein Vergleich mehr zur damaligen Zeit«, so Bartsch. »Wir waren damals 60 Jugendliche bei der Aufnahmeprüfung. 30 hatten sie schließlich bestanden. 15 davon wurden später Ingenieure«, erinnert sich Dietmar Bartsch an die Zeit zurück.

Nach zweijähriger Ausbildung erhielt man erst einmal eine Urkunde die schwarz auf weiß beurkundete, dass man jetzt ein Glastechniker sei. »Anfangs waren wir nur Jungen, erst später waren auch zwei Mädchen in der Ausbildung«, erinnert sich Friedrich Aurich zurück. Der 79-Jährige arbeitete später als Glasfachmann in Ilmenau. Auch der heute 77-jährige Dr. Siegfried Schelinski gehörte zu den ersten Absolventen in Weißwasser und arbeitete sein ganzes Arbeitsleben lang in der Forschung. »Ich glaube im Vergleich zu heute hatten wir damals den großen Vorteil, viel mehr in den Betrieben in der Praxis zu arbeiten, als das heute der Fall ist. Theorie ist ja die eine Seite der Medaille, genauso wichtig ist es aber, das Gelernte in der Praxis umzusetzen und da gibt es ja heute nicht mehr so viel Möglichkeiten«, so Dietmar Bartsch.

Ebenfalls zu den Absolventen der ersten Stunde in Sachen Glastechnik gehörte Konrad Reger, der sich später einen Namen als Flachglasspezialist machte, und heute in Dresden wohnt. Auch er lobte die gute Ausbildung von damals in Weißwasser, die ihm im späteren Berufsleben sehr von Vorteil war.

Gottried Bär arbeitete ab 1953 in der Weißwasseraner Bärenhütte und beschäftigte sich in erster Linie mit der Herstellung von Wirtschaftsglas. Auch er interessierte sich bei der kleinen Führung durch die Räume des BSZ vor allem für die heutige Berufsausbildung. Der kleine Rundgang war jedoch nur ein Programmpunkt beim Treffen der ehemaligen Absolventen. Außerdem standen ein Besuch im Tagebau und im ehemaligen Glaswerk in Tschernitz auf dem Programm. Bereits im kommenden Jahr wollen sich die Absolventen von einst wiedertreffen und in alten Erinnerungen schwelgen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 12.06.2010


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Aktualisierung:
02.06.2010


 

Die ehemaligen Absolventen bei der Führung durch das BSZ in der Jahnstraße – links der Schulleiter Gotthard Bläsche. 
Foto: A. Kurtas