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Förderverein besucht das Museumsdorf Baruther Glashütte

VON REINER KELLER


Es ist schon gute Tradition, dass der Förderverein Glasmuseum Weißwasser e. V. neben seinem Sommerfest und der Weihnachtsfeier auf Reisen in die nähere oder auch weitere Umgebung geht. Das jüngste Ziel war das Museumsdorf Baruther Glashütte, der wohl schönste voll erhaltenen Glasmacherort Europas und rund knapp zwei Autostunden von Weißwasser entfernt. Um die 30 Fördervereinsmitglieder und Freunde des Glases erwiesen einer „alten Dame“ ihre Ehrerbietung, die den 300sten Geburtstag feierte und damit doppelt so alt wie die älteste Glashütte Weißwassers ist. Mit von der Partie war auch Frau Feuerriegel vom Landau-Gymnasium, die Betreuerin des Begabtenkurses Kunst, dessen Schüler Hand in Hand mit dem Glasmuseum arbeiten und versuchen die Frage zu beantworten, ob das Kunsthandwerk heute noch goldenen Boden hat. Die Ergebnisse dieser Initiative sind gegenwärtig in einer Sonderausstellung im Glasmuseum zu sehen.

Der konkrete Anlass unserer Reise nach Glashütte im Herzen des Baruther Urstromtals zwischen Spreewald und Fläming war die Eröffnung der Ausstellung „300 Jahre mitteleuropäische Trinkgläser“ aus der Sammlung von Prof. Christian Jentsch, der heute in Lübeck wohnt, aber gebürtiger Zittauer ist. Deshalb ist es sicherlich auch nicht verwunderlich, dass er Mitglied in unserem Förderverein ist. Der Museumsleiter Dr. Georg Goes bezeichnete unser Kommen als „Familientreff“ – kein Zusammenkommen von Verwandten im herkömmlichen Sinn, sondern ein Treffen von „Seelenverwandten“, denen die Bewahrung der Kunst der Glasherstellung sehr am Herzen liegt. So ist auch das Bemühen u. a. von Dr. Georg Goes zu verstehen, das durch den Eintrag der „Manuellen Glasherstellung“ in die deutsche UNESCO-Liste für das immaterielle Kulturerbe belohnt wurde. Der einführende Vortrag von Prof. Christian Jentsch war eine 300jährige Zeitreise der Herstellung von Trinkgläsern in Mitteleuropa. Neben dem jeweiligen speziellen Design verwies der passionierte Sammler noch auf eine Besonderheit: Die mittlere Höhe der Trinkgläser war für jede gesellschaftliche Periode anders, offenbar angepasst an die jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnisse.

Die Schönheit der ausgestellten Gläser lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Einen ersten Eindruck gewinnt man beim Studium der entsprechenden Veröffentlichung von Prof. Christian Jentsch in „Prosit Glashütte“. 300 Jahre Baruther Glashütte 1716-2016. Band 3 (liegt im Glasmuseum Weißwasser vor). Besser ist jedoch der Besuch der Ausstellung im Museumsdorf Baruther Glashütte. Auch eine weitere Ausstellung ist sehr sehenswert: Flaschen, Trink- und Vorratsgläser des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts des Sammlers Siegfried Lachmann. Baruth ist nicht nur für „Glasbesessene“ eine erste Adresse – das Dorf bietet noch viel mehr: Naturseifenmanufaktur, Studio für Innendesign, Schokoladenladen, Boutique, Kunstverlag, Töpferei, Kräutergarten, Lehmbauschule, Dorfkonsum, Gaststätte, Pension, Weinsalon, Puppendoktor und Puppentheater, Leinenkontor, Schmiede – um nur einiges zu nennen.

Den Reiseteilnehmern hat der Besuch des Museumsdorfes Baruther Glashütte sehr gefallen. Anteil daran hatte auch der „Überlebensbeutel“, gepackt wie immer von Christa Stolze …

Weitere Informationen unter www.museumsdorf-glashuette.de


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 21.06.2016


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Aktualisierung:
13.06.2016