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Wahnsinnig schönes Arsall-Glas
Das Glasmuseum Weißwasser kann sich über eine besondere Schenkung für seine Sammlung freuen.

Von REGINA WEISS


 

 „Vorsicht Glas!“ steht auf den drei Kartons. Laut Horst Fasold, Vorsitzender vom Förderverein des Museums, fehlt das Wörtchen wertvoll davor. Denn besonders edel ist der Inhalt allemal, der am Dienstag in die Schweig-Villa getragen wird. „Es ist ein Wahnsinn“, bringt es Museumsleiterin Elvira Rauch auf den Punkt. Denn in den Umzugskartons verbergen sich Arsall-Glas-Vasen, die künftig ihre Heimstatt in Weißwasser haben werden.

Eine davon ist quasi eine Jugendliebe von Dieter Lembrich aus Frankfurt am Main. Vor Jahrzehnten schon sei ihm das gute Stück bei einer Verwandten ins Auge gestochen und habe ihn seitdem nicht mehr losgelassen. Die Vase kam schließlich als Erbstück zu seiner Mutter, später zu ihm. Dort hatte sie Gesellschaft mit vielen anderen gläsernen Schönheiten. Die Glassammelleidenschaft hatte Familie Lembrich gepackt. Arsall-Glas kam allerdings erst vor rund zwei Jahren dazu. Es war so etwas wie das Trostpflaster nach dem Tod seiner Frau, erfährt die RUNDSCHAU.

Dieter Lembrich bewundert vor allem die Klarheit dieser Form der Glasgestaltung, die eindeutige Sprache der Muster. Da habe es ein Blumenstrauß schwer in einer solchen Vase, die selbst schon mit so tollen Blumenmotiven überzeuge.

Mit der Schenkung dieser Sammlung hat sich der Arsall-Glas-Fundus des Glasmuseums quasi verdoppelt. „Es ist wirklich ein Traum“, so Elvira Rauch.

Weil er nach Görlitz umzieht, trennt sich Volkswirt Dieter Lembrich nun von seiner Sammlung. „Gerade mal drei Vasen haben ich behalten“, erklärt er.

Als das Museum 2018 aus Anlass 100 Jahre Arsall-Glas bei den Vereinigten Lausitzer Glaswerken Weißwasser (VLG, heute Stölzle Lausitz GmbH) dieser Herstellungsform eine Sonderschau widmete, hat sich Dieter Lembrich diese gleich zweimal angeschaut. Mittlerweile ist er selbst Mitglied im Glasförderverein. „Hier kann ich mir meine guten Stücke immer wieder anschauen. Und sie verstauben nicht wie ein van Gogh in einem Safe.“

Dafür ist natürlich eins wichtig, unterstreicht Horst Fasold: „Das Glasmuseum muss erhalten werden. Man hört ja immer so einiges in der Stadt.“

Die Produktion der Arsall-Gläser war deutschlandweit einmalig und damit ein Alleinstellungsmerkmal für Weißwasser. Das Wort Arsall als geschütztes Warenzeichen setzt sich aus den Wörtern Ars (lateinisch für Kunst) und Allemande (französisch für Deutsch) zusammen. Typisch ist für die Arsall-Gläser ein zweifacher Überfang auf farblosem, hellgrünem oder rosafarbenem Grundglas, aus dem das Dekor herausgeätzt wurde. Bevorzugte Farbvarianten des Außenüberfangs sind Violett oder Rotbraun mit Grün, teilt das Glasmuseum mit.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 12.06.2019


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
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Aktualisierung:
12.06.2019


 

Dieter Lembrich (l.) packt mit Horst Fasold und Horst Gramß vom Förderverein die Vasen aus.
Foto: R. Weiß