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 Aha-Erlebnisse im Bahnhofsviertel von Weißwasser

Von Anja Guhlan


Genau hingeschaut haben am Sonntag rund 40 Neugierige beim Tag des offenen Denkmals. Weißwasseraner und Gäste konnten unter Führung von Anne Petrick von der Denkmalkommission das Viertel rund um den Bahnhof erkunden.

Es ging zunächst zum 1869 erbauten Bahnhofsgebäude. Der Klinkerbau im preußischen Stil hatte für Weißwasser große Bedeutung. Von hier aus entwickelte sich im 19. Jahrhundert Alt-Weißwasser zur Glasmacherstadt. Die 54-jährige Architektin, die sich seit vielen Jahren in der Denkmalkommission engagiert, zeigte dazu alte Bilddokumente.

Auch der Glasmacherbrunnen wurde zum Blickfang. „Er wurde 1921 bis 1922 als Kriegerdenkmal erbaut. Leider ist es nicht mehr das Original, das sie hier sehen“, erläutert Anne Petrick. Der Brunnen wurde zu DDR-Zeiten aufgrund baulicher Veränderungen in der Infrastruktur 1974 abgerissen. Erst im Jahr 2000 beschloss die Stadt, ihn wieder aufzubauen und das Handwerk der Glasmacherei offen als Denkmal darzustellen. Heute zieren ganz oben vier Glasbläser die Stele des Brunnens.

Weiter gab es in der Bahnhofsstraße das erste dreistöckige Wohnhaus in Weißwasser zu sehen und die Bank. Heute befindet sich in dem Bankgebäude die Sparkasse. Anne Petrick wies auf eine Hamsterfigur über dem Eingang hin. „Dieser Hamster steht für das Wort hamstern. In diesem Gebäude konnte man früher und auch heute Geld einzahlen und bekommen“, erklärt die Architektin. Über jedem Fenster zeigen Reliefs jeweils eine andere Art einer Sparbüchse. „Das habe ich so noch nie gesehen“, gesteht Margit Nowusch. Obwohl sie schon seit 1964 in Weißwasser wohne. Die 69-Jährige findet es interessant, Weißwasser einmal aus einer ganz anderen Sicht betrachten zu können.

In der Bad Muskauer Straße erklärte Anne Petrick dann, dass in Höhe des Textilhauses Ritter ein imposantes Theater gestanden habe. Viele der völlig erstaunten Besucher glauben das erst, als sie alte Fotodokumente sahen. „Hier standen ja mal tatsächliche Schätze“, meint Anett Felgenhauer (38). Hella Barofsky-Gieske (62) bekannte: „Ich wohne seit 1971 in Weißwasser und habe ebenfalls davon nie etwas gehört oder gesehen.“

Besucht wurden noch die alte Post, der Bahnwasserturm und die Ruine Gelsdorfhütte. Nach zwei Stunden bedankt sich Anne Petrick für das rege Interesse und bekam Beifall. „Die Führung war schön“, so der gebürtige Weißwasseraner Stefan Lehnigk, der seit elf Jahren in Berlin lebt und nur noch zu Besuch nach Weißwasser kommt. „Besonders die verschiedenen Stile haben mir gefallen“, sagt der 30-Jährige.

Auch Jürgen Gieske (54), der seit 15 Jahren in der Stadt lebt, war positiv überrascht von dem Rundgang: „Ich hätte nicht gedacht, dass Weißwasser solche herausragenden Bauten besitzt.“

Dazu sagte Anne Petrick: „Ich habe mich bei dem Rundgang auch wirklich auf wahre Schätze bezogen.“



Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser  vom 12.09.2011ews290411.htm


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 12.09.2011


 

Architektin Anne Petrick konnte bei dem Rundgang noch vorhandene Wissenslücken füllen. 
Foto: A. Guhlan