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Glasmacher treffen sich in ihrer ehemaligen Schule
Über 200 Besucher schauen hinter die sonst verschlossenen Türen der Glasfachschule. Dort tut sich inzwischen etwas.

VON Rolf Ullmann


Bleiben die Türen der ehemaligen Glasfachschule in der Berliner Straße auch diesmal, so wie im vergangenen Jahr, verschlossen? Das fragten sich einige der Besucher am Sonntagvormittag. Doch ihre Sorge war unbegründet. Denn kurz nach 10 Uhr öffneten sich die Pforten des Haupteinganges zur bekannten ehemaligen Bildungsstätte der Glasmacher.

Bodo Dolk, der Hausmeister des Objektes, räumte in den vergangenen Tagen so manches Hindernis aus dem Werg und sperrte sensible Bereiche im Hauptgebäude, den Unterkünften sowie im Schulgebäude mit Trassierband ab. Karl-Heinz Melcher, der Vorsitzende der Denkmalkommission Weißwasser, begrüßte die Gäste anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Er stellte dabei fest: „Das Motto in diesem Jahr ,Gemeinsam Denkmale erhalten’ trifft auf die ehemalige Glasfachschule in Weißwasser voll und ganz zu.“

Seit ihrer Gründung und der Aufnahme des Lehrbetriebes vor 63 Jahren erhielten hier Hunderte angehende Glasmacher und Ingenieure eine fachliche Ausbildung. Viele von ihnen zog es am Sonntagvormittag noch einmal zurück an ihre ehemalige Schule. Dabei wurden so manche Erinnerungen ausgetauscht und das Wissen um die Einrichtung an die Jüngeren weitergegeben. Die sichtbaren Zeichen des Verfalls sowie des Vandalismus riefen den Unmut der Besucher hervor. Immer wieder wurde der Wunsch laut, dass ein Investor gefunden wird, der den Gebäudekomplex erhält und ihm neues Leben verleiht. Denn die Glasfachschule hat die Stadt Weißwasser mit geprägt und ist ein wichtiger Bestandteil des Stadtbildes im Zentrum.

Für einen Teil des Komplexes besteht diese Hoffnung zu seinem Erhalt seit wenigen Tagen zu Recht. Denn der in Berlin tätige Architekt Sylvio Heuer erwarb das ehemalige Laborgebäude, das oft auch als das Ofenhaus bezeichnet wurde. Am Sonntagvormittag öffnete er die Pforten des flachen Hauses im Park.

„Die Glasfachschule ist tief im Bewusstsein der Stadt verankert“, sagte er und verwies darauf, dass es ihm um einen Beitrag zum Erhalt dieses Ensembles geht. Es wird gewiss noch einige Zeit vergehen, bis er sein Ziel, das Laborgebäude zu Wohnungen umzubauen, erreicht haben wird, so Sylvio Heuer. Doch ein Anfang ist getan. Eine Tatsache, die von den Anwesenden sehr positiv aufgenommen wurde. Bis in die Mittagsstunden hinein strömten immer wieder Neugierige auf das Gelände an der Berliner Straße.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 12.09.2016


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Aktualisierung:
12.09.2016


 

Karl-Heinz Melcher (links) führt die Besucher am Sonntagvormittag durch die ehemalige Glasfachschule.
Hans Schaefer, langjährig Lehrer an der Glasfachschule, beim Rundgang
Fotos: R. Ullmann