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Welzow hat ein neues Glasmuseum

Von Torsten Richter


In der Brandenburger Straße in Welzow gibt es ein neues Museum. In seinem Kellerraum hat Klaus Thomas, der frühere Besitzer der Thomashütte, zahlreiche Gegenstände aus der Geschichte der örtlichen Glasindustrie zusammengetragen und will diesen Fundus nun auch Besuchern zeigen.
Trinkgläser und Jubiläumsgläser mit Aufschriften wie beispielsweise „20 Jahre Filmclub Welzow 1963 – 1983“ stehen gleich neben Urinflaschen, Nachtgeschirr und Vasen auf Holzfüßen. Auf engem Raum hat Klaus Thomas zahlreiche Glasprodukte der einstigen Konsumgüterproduktion, die in der Thomashütte hergestellt wurden, gesammelt. Auch ein gläsernes Vogelbadehäuschen ist darunter. „Das beweist den Erfinderreichtum der Glasmacher“, erklärt Klaus Thomas.

Darüber hinaus sind Festschriften, Produktkataloge der Thomashütte, alte Fotos, Schilder und andere Utensilien ausgestellt. Es gibt sogar Bilder des Bautzener Glasjongleurs Ingolf Hartstein. Mit diesem Künstler sei er schon seit vielen Jahren befreundet, erzählt Klaus Thomas. Ein anderes Foto zeigt den Spielplatz auf dem Gelände der heutigen Druckerei Greschow. „Den habe ich mit meinen Mitarbeitern damals im Jahr 1969 in Eigenregie aufgebaut“, sagt der Welzower.

In den Jahren 1891 bis 1901 entstanden in Welzow drei Glashütten, von denen heute keine mehr existiert: die Thomashütte, die Bismarckhütte sowie die Germaniahütte. Die Thomashütte war im Jahr 1898 gegründet , im Jahr 1972 staatlich enteignet und nach der Wende 1990 stillgelegt worden. Im August 2003 brannte der Packschuppen der Thomashütte völlig ab. Nur wenige Monate zuvor hatte sich Anneliese Thomas, die Mutter von Klaus Thomas, anlässlich ihres 95. Geburtstages an die Geschichte der Glashütte erinnert. Im Jahr 1930 hatte die Rheinländerin Walter Thomas geheiratet. Er war einer der damals vier Besitzer der Thomashütte. „Als sie nach Welzow zog, erlebte sie noch ein blühendes Unternehmen. Doch während der Ulbricht-Ära 1952/53 sind alle vier Besitzer in den Westen geflüchtet“, erzählt Klaus Thomas. Er, der Sohn, habe schließlich bewirkt, dass der Vater seine Anteile am Unternehmen wiederbekommen hat, als er ein Jahr später nach Welzow zurückkehrte. Vater habe den Betrieb dann wieder als Geschäftsführer leiten können.

Seufzend blickt Klaus Thomas auf die vielen Glasformen. Seine Kinder haben ihm den kleinen Museumsraum im eigenen Wohnhaus anlässlich seines 75. Geburtstages eingerichtet. Schon seit Jahrzehnten sammelt er alles, was mit seiner Thomashütte und der Welzower Glasindustrie zu tun hat. Zwar hat das kleine Privatmuseum noch keine festen Öffnungszeiten, aber für Interessierte öffnet Klaus Thomas seine Kellertür gern.

Kontakt unter der Telefonnummer 035751 2229.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom 12.12. 2009


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
14.12.2009


 

Der Welzower Klaus Thomas in seinem privaten Glasmuseum mit einer Glasuhr.
 Foto: T. Richter