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 Gläsernes Jahr in der Gelsdorfvilla
Erste Sonderausstellung im Glasmuseum Weißwasser öffnet am Freitag ihre Pforten

Von Regina Weiß  


Mit fünf Sonderschauen wartet in diesem Jahr das Glasmuseum Weißwasser auf. Die erste davon wird am Freitag eröffnet. Sie ist dem Schaffen von Glasdesigner Horst Gramß gewidmet.

»,Gutes Design' für gutes Design«, der Name für die aktuelle Sonderausstellung von Glasdesigner Horst Gramß kommt nicht von ungefähr. Die von ihm mitkreierte Kelchserie »Rosee« erreichte auf der Leipziger Herbstmesse 1979 eben jene Auszeichnung »Gutes Design«. Nicht die einzige Ehrung im Leben des Weißwasseraners, der vielen Produkten des Kombinats Lausitzer Glas seine Handschrift verpasste. Geehrt wird er nun mit einer Personalausstellung im Glasmuseum aus Anlass seines 75. Geburtstages.

Internationale Künstler

Bei den beiden nachfolgenden Ausstellungen in der Gelsdorfvilla wird es international. Vom 4. März bis 29. Mai heißt es »Vom Jugendstil zur Moderne 1900 bis 1950«. Elvira Rauch, Leiterin des Glasmuseums, kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn sie von den Exponaten spricht, die die Weißwasseraner dann anschauen können. »Das ist wirklich großartig, wir haben das Ganze schon in Polen gesehen«, so Elvira Rauch. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem »Muzeum Karkonoskie« (Riesengebirgsmuseum) in Jelenia Gora (Hirschberg). Die Sonderausstellung umfasst 300 Unikate aus Glas aus der Josephinenhütte in Szklarska Poreba (Schreiberhau) in Schlesien. Dazu gehöre Tafelservice, zahlreiche Römer, Punschbowlen, Fruchtschalen und Bonbonnieren. Die Schau bezeuge die Errungenschaften der schlesischen Meister des Glasgewerbes und ihren hohen künstlerischen Rang, heißt es in einer die Ausstellung begleitenden Broschüre. »Wir arbeiten nicht nur bei diesem Projekt zusammen«, so Elvira Rauch.

Die Arbeiten von Glasgraveur Jiri Tesar, einem Künstlers seines Fachs, werden ab dem 10. Juni im Glasmuseum zu sehen sein. Dafür arbeiten die Weißwasseraner mit dem Glasmuseum Kamenicky Senov (Steinschönau) aus Tschechien zusammen. Auch hier können sich laut Elvira Rauch die Besucher auf zahlreiche Unikate freuen.

»Ansichten in Quarz« lautet der Titel der Ausstellung in der der Ingenieur für Glastechnik Gotthard Petrick seine Kunstwerke der Arsall- und Gallé-Technik präsentieren wird. Ab 2. September ist diese Schau zu sehen.

Zarte Blütenträume

Dass sich Glas auch bestens zum Schmücken eignet, zeigt die Schau »Zerbrechliche Blütenträume«, die sich der Arbeit von Simone Hamm aus Tauer und Karen Zerna widmet. Wenn es draußen also wieder grau und kalt wird, »blühen« im Glasmuseum Rosen und Magnolien aus Blütenperlen.

»Wir haben diesmal wirklich ein gläsernes Jahr«, meint Elvira Rauch etwas schmunzelnd. Für ein Glasmuseum nichts ungewöhnliches, aber doch bemerkenswert, weil sich sonst Sonderschauen auch anderen Themen abseits des Glases gewidmet haben.

Nicht nur im Museum tut sich immer wieder mal etwas Neues, auch außerhalb sind das Glasmuseum und dessen Förderverein aktiv. So werden Arbeiten aus dem Glasmuseum beim Ostermarkt Anfang April in der Lausitzhalle Hoyerswerda gezeigt.

Exponate aus dem großen Fundus von Prof. Wilhelm Wagenfeld werden derzeit im Glasmuseum Bärnbach in Österreich gezeigt. In dem Stölzle-Glascenter in der Steiermark sollen sich ab Mai Weißwasser und die Region vorstellen. »Die Chance ist doch toll, da haben wir gleich zugesagt«, erklärt Elvira Rauch. In einem Gespräch mit Oberbürgermeister Torsten Pötzsch soll geklärt werden, wie sich Weißwasser in die Vorbereitungen einbringen kann.

Zum Thema:

Auch 2010 gelang es dem Museum wieder, seine Gästezahlen zu steigern. 3448 Besucher wurden gezählt. 2009 waren es 3264 Gäste, das Jahr davor 3092. Die meisten Besucher kamen im Jahr 2010 in den Monaten Mai und Februar. Regelmäßig führen Fördervereinsmitglieder Schulklassen zu den unterschiedlichen Themen durchs Haus.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 13.01.2011


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 13.01.2011


 

Horst Gramß beim Einräumen seiner Ausstellung. Rund 120 Stücke aus seinem Fundus wird er im Glasmuseum bis Ende Februar zeigen. 
Foto: R. Weiß