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Museumsbesucher auf Zeitreise in Großmutters Keller

VON DANIEL PREIKSCHATT


Gäste der Ausstellungseröffnung am Freitag im Glasmuseum Weißwasser konnten sich in Zeiten zurückversetzt fühlen, in denen noch Einmachgläser die Keller-Regale füllten. Kuratorin Anja Köhler vom Dorfmuseum in Markersdorf hätte gern auch noch das Keller-Regal von 1868 mit ins Glasmuseum gebracht. Doch das hatte sich als zu aufwendig erwiesen. Auch stand ihr in der Villa nur ein Ausstellungsraum zur Verfügung.

Den jedoch hat sie nach Ansicht der Besucher gut ausgefüllt. „So kompakt und anschaulich habe ich noch nie etwas über die Geschichte des Einmachens erfahren“, sagte Ina Thomas aus Spremberg. Im Nebenberuf freie Reiseleiterin und Stadtführerin, habe sie ihr Wissen über die Glasfertigung in der Region erweitern können. „Mir gefällt, dass der Zusammenhang zwischen Bergbau und Glasindustrie verdeutlicht wird.“ Erich Schulze aus Daubitz lobte ebenfalls, was er sah: „Einwandfrei.“ Die Ausstellung zeige die Funktionalität und die Techniken des Einweckens.

Mit Blick in die Vitrinen erwachten Erinnerungen. Da waren sie wieder, die Gläser mit dem Anker, dem Steuerrad und der Erdbeere. Gar nicht weit vom Glasmuseum entfernt wurden sie hergestellt. In der Stadt selbst bei den „Lausitzer Vereinigten Glaswerken“, in Bernsdorf, Rietschen oder auch in den südbrandenburgischen Orten Friedrichshain, Großräschen und Annahütte.

Neben den Gläsern selbst, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Weg in fast jede Küche und in fast jeden Keller fanden, gibt es in der Ausstellung auch das Drumherum zu entdecken. Die liebevoll illustrierten Rezeptbüchlein und Werbemarken, die Einkochbügel und den Krauthobel. Die komplette Geschichte dieser bewährten Methode des Haltbarmachens von Lebensmitteln wird im Schnelldurchlauf angeboten.

Ende des 20. Jahrhunderts, erklärte Kuratorin Anja Köhler, lösten Kühlschrank und Tiefkühltruhe die Einmachgläser ab. Durchaus aber könne sie sich in Zeiten des Bio-Booms eine Renaissance der Gläser vorstellen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. April zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Dort ist auch eine Broschüre zur Ausstellung erhältlich.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser,  vom  13.02.2012


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
13.02.2012


 

Die Besucher entdeckten in den Vitrinen alte Bekannte.
Foto: D. Preikschat