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Handwerk mit Tradition neu belebt
Frank Kautz eröffnet Glasschleiferei in Döbern / Zusammenarbeit mit Weißwasseraner Unternehmen

Von Christian Köhler



Döbern In Döbern hat eine Glasschleiferei eröffnet. Das Unternehmen will die Tradition des Glasschleifens wieder in der Glasstadt Döbern etablieren und sieht sich in einer Erfolgsspur. Im ehemaligen Haus von Adam Kristall hat die Eröffnung stattgefunden.

Frank Kautz ist begeistert: "Wir haben das Gebäude hier von Grund auf entkernt und erneuert", erklärt er stolz. Im ehemaligen Adam Kristall hat er mit zwei Mitarbeitern, einer Schleiferin und einem Lageristen, eine Glasschleiferei eröffnet.

Der frühere Russischübersetzer im Döberner Glaswerk hatte 2011 die Chance ergriffen, das Gebäude zu übernehmen und darin eine Glasschleiferei mit Verkaufsraum einzurichten. Nun ist sie nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt worden.

"Das Gebäude war früher einmal die Hedwigshütte und sie soll auch zukünftig wieder so heißen", berichtet Geschäftsführer Kautz. Seiner Kenntnis nach gibt es in Döbern und näherer Umgebung keine Glasschleiferei mehr. Grund genug für ihn und seine Mitarbeiter, hier anzusetzen. "Das Handwerk ist früher weit verbreitet gewesen und wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, diese alte Handwerkstradition mit neuen Designs wieder aufleben zu lassen." Für sein Unternehmen hatte er eine Förderung mit der Auflage bekommen, auch Arbeitsplätze zu schaffen. "Das habe ich auch umgesetzt", versichert Kautz.

"Wir arbeiten bereits jetzt schon mit Glaswerken in Döbern und Weißwasser zusammen", weist Frank Kautz hin. Für diese übernehme er Schleifarbeiten aller Art. Wichtig sei ihm dabei Qualität. "Wir kaufen unser Glas nicht aus China, sondern setzen vorwiegend auf regionale Anbieter, da sie einfach eine bessere Qualität liefern", sagt der Unternehmer.

"Wir kaufen auch alte Glas- und Kristallbestände auf", beschreibt der Geschäftsführer, "allerdings prüfen wir im Vorhinein die Qualität und den Wert der angebotenen Gegenstände." Schon jetzt habe er damit gute Erfahrungen gemacht. Kommissionsware könne bei ihm ebenso gekauft beziehungsweise verkauft werden.

Darüber hinaus sieht sich Geschäftsführer Kautz mit seiner Glasschleiferei auch auf dem Gebiet von Reparaturarbeiten gut ausgestattet. Vor einiger Zeit seien norddeutsche Urlauber auf seine Angebote aufmerksam geworden. "Die haben ein riesiges Bowlenglas vorbeigebracht, das wir wieder instand setzen konnten", erinnert er sich.

Wenn zufriedene Kunden sein Geschäft verließen, mache ihn das jedes Mal glücklich. Gerade bei dem Gedanken, dass er weit und breit als Einziger in der Region diese Leistung anbietet.

Zum Thema:
Das Glashandwerk in Döbern hat bereits 1867 seinen Ursprung in Döbern genommen. Von den vier Gebrüdern Hirsch wurde damals die erste Glashütte in Döbern errichtet. Weitere Glashütten entstanden bis 1900 in Döbern und der Nachbargemeinde Großkölzig. 1900 gründeten die Familien Fettke und Ziegler die Hedwigshütte. Nach 1945 wurden die Glasbetriebe in Döbern enteignet. Es entstand der VEB Glaswerk Döbern. Unter der Internetadresse www.döbern.de wird die Geschichte der Glasindustrie und der Glasschleiferei in Döbern nachskizziert. Die neue Glasschleiferei befindet sich in Döbern, Hedwigshüttenweg 2. Zudem betreibt das Unternehmen einen Online-Shop.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 13.03.2014


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Aktualisierung: 15.03.2014


 

Handwerk mit Tradition neu belebt Frank Kautz hat in der Hedwigshütte, ehemaliges Kristall Adam, eine Glasschleiferei mit Verkaufsraum eröffnet.
Foto: Ch. Köhler