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Schmuckstücke aus Plaste, Glas und Aluminium
Ausstellung mit Modeschmuck in der DDR im Glasmuseum Weißwasser eröffnet / Rund 60 Exponate von Armgard Stenzel

VON DANIEL PREIKSCHAT


Ob den einstigen Bewohnern der Glasmuseum-Villa in Weißwasser diese Ausstellung wohl gefallen hätte? Diese Frage stellte sich Georg Goes vom Museumsverein Glashütte bei Baruth in Brandenburg am Freitag in seiner einleitenden Rede. Goes stellte die Frage nicht von Ungefähr.


Lassen doch Stil und Ausstattung des Gebäudes Baujahr 1924 darauf schließen, dass die Haus-Dame Echt-Schmuck getragen haben dürfte.

Was die rund 40 Besucher bei der Eröffnung zu sehen bekamen indes war DDR-Modeschmuck aus Material, das günstiger zu bekommen war als Perlen, Gold und Silber. Vielmehr behalf man sich in der VEB Gablona in Jüterbog mit Glas, Plaste, Aluminium und Tombak, einer Kupfer-Zinnlegierung. Was sich damit zaubern ließ, zeigten die 60 Exponate aus der Hand von Armgard Stenzel, die im VEB die "zentrale Entwicklungsabteilung für Modeschmuck" geleitet hatte und später als freie Künstlerin tätig war.

So sahen die Besucher zum Beispiel ein Collier, das aus Gürtelschnallen zusammengesetzt schien. Das eloxierte Aluminium glänzte wie Gold und Silber. Kombiniert mit Aluminium lag in einer anderen Vitrine eine Glas-Brosche. Halsreifen, Armspangen und Ohr-Clips komplettierten das Bild und verrieten das Produktionsgeheimnis, wie es auch im Katalog zur Original-Ausstellung in Jüterbog auf den Punkt gebracht wurde: "Der Kontrast von Groß und Klein, oval zu rund oder eckig, flach zu hoch oder transparent zu opak und glänzend zu matt eröffneten viele Variationen."

Insofern war der Modeschmuck, der seinerzeit vor allem Exportgut war, Freitag nicht nur schön anzusehen. Auf Simone Claudia Hamm aus Tauer bei Cottbus, die im November im Glasmuseum Perlen-Exponate ausgestellt hatte, wirkten die Stücke inspirierend, wie sie sagte. Und nicht nur das: "Da kommen auch Erinnerungen hoch." Die farbig bunt gespritzten Aluminum-Anstecker zum Beispiel habe sie selbst als Kind getragen.

Die Ausstellung "Modeschmuck in der DDR. Formgestaltung von Armgard Stenzel" ist noch bis zum 5. August zu den Öffnungszeiten des Glasmuseums Weißwasser zu sehen.


Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 14.05.2012


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Aktualisierung:
14.05.2012


 

Wie aus Schlüsselanhängern zusammengesetzt wirkt die Halskette aus eloxiertem Aluminium. 
 Foto: D. Preikschat