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Ein Lausitzer, der Sulfate spaltet


Dr. Hubert Marusch, gebürtig in Schleife, feierte im Dezember 2008 sein Goldenes Doktorjubiläum. Aus diesem Anlass erhielt er auf einer Festveranstaltung der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig eine Ehrenurkunde.
Nach dem Studium der Chemie an der Universität Leipzig begann er im Jahre 1954 eine Tätigkeit im Zentrallaboratorium der Glasindustrie in Weißwasser. Hier bearbeitete er ein Forschungsthema zur Spaltung von Sulfaten. Diese Arbeit wurde von der Universität Leipzig als Dissertation angenommen, und er erhielt daraufhin im Jahre 1958 die Promotion zum Dr. rer. nat.

Von 1957 bis 1960 war er technischer Leiter in einem Betrieb und dann in der VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) Glas des Bezirkes Cottbus in Weißwasser.

Nach einer Tätigkeit im Institut für Glastechnik in Coswig bei Dresden wechselte er nach der Auflösung des Instituts im Jahre 1964 an das neu gegründete WTZ (Wissenschaftlich Technisches Zentrum) Bauglas nach Torgau. Hier leitete er zunächst den Aufbau der Forschung und Entwicklung und dann über lange Jahre die Isolierglasentwicklung. Auf diesem Gebiet schuf er mit dem gesamten Team ein weltmarktfähiges Produkt, das von der Materialprüfungsanstalt Darmstadt ständig überwacht wurde. Aus seinen Arbeiten resultierten mehrere Patente und diverse Veröffentlichungen. In vielen Vorträgen im In- und Ausland konnte er über die Ergebnisse berichten. Dr. Marusch war federführender Autor des Buches „Der Baustoff Glas". Dessen dritte Auflage erschien im Jahre 1990 in einer Gemeinschaftsausgabe vom Verlag für Bauwesen Berlin mit einem westdeutschen Verlag.

Nach der Wende kaufte die Vegla (Vereinigte Glaswerke) Aachen das Glaswerk in Torgau. Dr. Marusch übernahm nun die anwendungstechnische Beratung auf dem Gebiet des Bauglases für die neuen Bundesländer, bis er Ende 1992 in den Ruhestand ging.

Aufg rund seiner großen Erfahrungen wurde er von der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Glas im Bauwesen berufen. Diese Tätigkeit übte er freiberuflich von 1991 bis zum Jahre 1998 aus.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 15.01.2009


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Aktualisierung: 15.01.2009


 

Dr. Hubert Marusch.
Foto: privat