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Besitzer will Glasfachschule in Weißwasser abstoßen
Investor soll gefunden sein / Stadt hat Vorkaufsrecht / Versteigerung letzte Option

VON Daniel Preikschat
 


Nach Angaben des Eigentümers steht die Glasfachschule in Weißwasser kurz vor dem Verkauf. Diese Woche soll der Vertrag unterzeichnet werden. Letzte Option, im Falle eines Scheiterns der Verhandlung ist eine Versteigerung.

Peter Barwichs Ankündigungen genießt man in Weißwasser mittlerweile mit einer gewissen Vorsicht. Bereits im Juni vorigen Jahres hatte der Geschäftsmann aus der Nähe von Offenbach in Hessen einen Pächter für das Areal angekündigt, der dort ein Seniorenpflegeheim einrichten wollte. Der ließ sich jedoch nie blicken. Im Januar dieses Jahres versicherte Barwich, sogar einen Käufer an der Hand zu haben, der aus der Glasfachschule einen Wohnpark machen wolle. Doch es blieb erneut bei leeren Worten. Barwich, auf die nicht zustande gekommenen Geschäfte angesprochen, räumt ein: "Ich habe das unterschätzt." Aus dieser Einsicht heraus und auch mit Blick auf sein Alter habe der 72-Jährige nun für sich entschieden: "Spätestens bis Ende dieses Jahres will ich die Immobilie verkauft haben."

Peter Barwich hat sie 2005 für 200 000 Euro ersteigert, wie er selbst bestätigt. Das Gebot der Stadt Weißwasser lag damals bei nur 160 000 Euro. Bis 2009 konnte es Barwich danach bei seinen Vermarktungsversuchen locker angehen lassen. Denn der Landkreis Görlitz betrieb noch bis 2009 in dem Gebäude ein Berufliches Schulzentrum und überwies dem Eigentümer zuverlässig die Monatsmieten. Mittlerweile aber bröckeln Substanz und Wert des Gebäudes. Das Ordnungsamt hat es in die Liste der zunehmend von Verfall und Vandalismus bedrohten Objekte in der Stadt aufgenommen und unter Beobachtung gestellt.

Am Montag nun hat Barwich über Verkaufsverhandlungen mit der Stadt Weißwasser informiert, die er führen wolle. Sollten die nicht von Erfolg gekrönt werden, bleibe ihm als letzte Option nur noch die private Versteigerung.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) zeigte sich auf RUNDSCHAU-Nachfrage allerdings überrascht. Habe er doch gehört, dass Barwich einen Käufer habe und in dieser Woche der Vertrag beim Notar unterschrieben werden.

Barwich, darauf angesprochen, bestätigt das. Er wolle der Stadt Weißwasser nur Gelegenheit geben, noch ein Kaufangebot zu machen. Wisse er doch, dass sie schon immer Interesse an dem Objekt gehabt habe. Und natürlich: Biete die Stadt mehr für das Objekt als der andere Kauf-Interessent, habe er nichts dagegen.

Allerdings müsse Barwich der Stadt Weißwasser ohnehin ein Vorkaufsrecht einräumen, entgegnet wiederum Pötzsch. Erst wenn sie dieses Recht nicht in Anspruch nimmt, sei der Kaufvertrag gültig. Ob man davon Gebrauch macht, entscheide der Stadtrat, erklärt der Oberbürgermeister. "Wir haben auch kein Konzept für die Glasfachschule." Ohne Konzept aber gebe die Kommunalaufsicht des Landkreises der Stadt für den Kauf kein grünes Licht.
 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 20.08.2012


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Aktualisierung:
21.08.2012


 

Der Haupteingang zur Glasfachschule mit der Figurengruppe von Walter Bullert.
Foto: D. Preikschat