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Sächsischer Glasofen hilft beim Energiesparen

Von Georg Moeritz


 
Narva in Brand-Erbisdorf stellt außer Lampen auch Wärmekollektoren her. Für die eigene Fabrik reicht die Erfindung nicht – das Glas braucht 1450 Grad Hitze.

Brand-Erbisdorf. Was lässt sich mit meterlangen Glasrohren anfangen, wenn sie heiß aus der Schmelzwanne gezogen werden? Gerhard Mientkewitz kennt drei große Anwendungsgebiete: Leuchtstoffröhren in 50 Farben und Bräuner für Solaranlagen stellt die Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG schon seit vielen Jahren her.

Die dritte Möglichkeit kam voriges Jahr dazu: Die Brand-Erbisdorfer füllen einen Teil ihrer Glasrohre mit Kupferblechen, die blau beschichtet sind, saugen die Luft ab und verkaufen diese Vakuumrohre als Kollektoren, die Sonnenwärme sammeln sollen.

Noch ist Geschäftsführer und Mitbesitzer Mientkewitz mit dem Absatz der blauen Rohre nicht zufrieden. Der Anteil an den 33 Millionen Euro Jahresumsatz sei zu vernachlässigen.

Nur an drei Tagen läuft die Anlage, das Unternehmen trennte sich von 30 seiner 380 Beschäftigten. Doch Mientkewitz glaubt, dass sich der Wirkungsgrad seines Produkts nur erst herumsprechen muss – der sei weitaus höher als bei Fotovoltaik-Anlagen.

Wer die Vakuumrohre aufs Dach montiert, kann auch bei bedecktem Himmel Wärme fürs Wasser herausziehen oder über einen Wärmetauscher die Räume kühlen. Für seine Fabrik aber nützen die Rohre Mientkewitz nichts: Die Glasschmelze wird mit Erdgas auf 1450Grad beheizt, die Halle ist warm genug.

Doch Narva Brand-Erbisdorf, nicht zu verwechseln mit Narva Plauen aus dem Philips-Konzern, findet Wege zum Energiesparen – bei 60 Millionen Kilowattstunden Verbrauch im Jahr auch dringend nötig. Die Firma hat aus ihrer zweiteiligen Schmelzwanne eine ganze gemacht, nutzt heiße Abluft für Anlagen und hat die teure Druckluft-Erzeugung anders eingestellt.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 15.09.2008


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 15.09.2008


 

Rohre wie für Leuchtstofflampen – aber diesen Teil der Produktion hat Narva Brand-Erbisdorf als Wärmekollektoren ausgerüstet.
Foto: Rainer Weisflog