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Lebenswerk eines Keramik-Künstlers
Neue Glasmuseum-Ausstellung mit Werken Klaus Dittrichs bietet Ästhetik, Witz und Erotik

Von DANIEL PREIKSCHAT



Rund 100 Keramiken und sieben Lithografien Klaus Dittrichs befriedigen seit Freitag im Glasmuseum von Weißwasser die Schaulust entdeckungsfreudiger Ausstellungsbesucher. Stimmungsvolle Landschaften auf Tellern, Keramik-Figuren in vertrackten Situationen, abstrakte Gebilde und exakt ausgeführte Details beeindrucken in ihrer Vielfalt.

Die Zuhörer im Museumsfoyer mochten sich am Freitagabend wie in einen kleinen Vorlesungssaal versetzt fühlen. Trug doch die Laudatio von Professor Klaus Hammer deutlich Züge einer Hochschulvorlesung für Studenten der Kunstgeschichte. Von Stilisierung und Typisierung mit Trend zum Ornament war da die Rede, von kräftiger Koloration und privater Mythologie, von Themen der klassischen Kulturgeschichte. Für manchen war es vermutlich wohltuend, nach diesen Ausführungen den Kontrabass-Gitarrenklängen Lorenz und Winfried Lößners zuzuhören.

Was möglicherweise Professor Hammer gemeint haben könnte, ging den Besuchern wenig später beim Betrachten der Exponate auf. Viele erkannten zum Beispiel die berühmte Gestalt des sitzenden Denkers mit dem auf die Hand gestützten Haupt wieder. Von Dittrich aber in einen kleinen Keramik-Walfisch hineinversetzt. Zum länger Stehenbleiben und Schmunzeln verlockte auch die Ratekatze-Lithografie. In der Gestalt der Katze waren fast ein Dutzend anderer Tiere zu erkennen. Ein extrem vom Alter gebeugtes Mütterchen trug in der Überzeichnung schon wieder kuriose Züge. Wer wollte, konnte aber auch bei teuflischen Verführungsszenen auf Tellern länger verweilen. Oder die Landschaften auf sich wirken lassen, die auf gebrannten Ton ganz anders wirken als auf Leinwand. Auch wenn etwa für Horst Grams, der selbst schon Ausstellungen im Museum bestritten hatte, vor allem die Exaktheit der Zeichnungen Respekt einflößten.

Künstler Klaus Dittrich erwies sich im Ausstellungsraum als eloquenter Erklärer seiner Werke und hatte immer eine Schar Besucher um sich. Gerade durch die Glasuren, sagte er der RUNDSCHAU, sieht er seine Keramiken in einen Zusammenhang mit dem Glasmuseum gesetzt. Eine solche Bandbreite seiner keramischen Arbeiten sei überhaupt noch nicht gezeigt worden. Man könne sagen, dass die Besucher hier sein keramisches Lebenswerk zu sehen bekommen. Dabei sei er "sehr angetan" vom Umgang im Haus mit einem Aussteller. Klaus Dittrich konnte in Ruhe überlegen, wie er seine Werke in den Vitrinen gruppiert. Die Eröffnung heute finde er ebenfalls bemerkenswert.

Und nicht nur er. Die Dittrich-Freunde Christina und Klaus Scheffel aus Oebisfelde in der Altmark sehen die Arbeiten mit viel Liebe präsentiert. Familiär und wohltuend altmodisch sei die Eröffnung geraten.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 15.09.2014


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E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 15.09.2014


 

Klaus Dittrich genoss es sichtlich, den Besuchern die Entstehungsgeschichte seiner Arbeiten zu erklären.
 Foto: D. Preikschat