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Weißwasseraner schuf in 330 Stunden einen Traum aus Glas
Glaskünstler Heinz Schade fertigte einmalige Diatretvase

Von André Kurtas


Weißwasser.  Er ist einer von nur fünf Kunsthandwerkern weltweit, der die Anfertigung solcher gläsernen Kunstwerke beherrscht. Jetzt hat Heinz Schade (72) in Sachen Diatretvasen ein neues, einmaliges Kunstwerk geschaffen. Dem Weißwasseraner gelang das Kunststück eine Überfangvase aus einem nur drei Millimeter starken Kern und einem hauchdünnen, ebenfalls nur drei Millimeter starken Netz in mühevoller Arbeit anzufertigen. «Ich habe dazu rund 330 Stunden gebraucht» , erklärt der Weißwasseraner Glaserexperte stolz. Der 20 Zentimeter hohe gold-weiße Prunkbecher ist ein absolut einmaliges Diatret.

Filigranes Netzwerk
«Die Bezeichnung Diatret leitet sich von dem griechischen Wort diatreton ab, was durchbrochen, durchbohrt bedeutet und damit auf die kunstvollen Durchbrüche an den Glasgefäßen hinweist, deren Ranken, Figuren, Netzwerk und Schrift sich vom eigentlichen Glaskörper abheben» , weiß Schade. Durch Hinterschleifen der Motive, so erklärt es die Internet-Seite Wikipedia, entstand ein regelrecht doppelwandiges Glasgefäß, dessen Äußeres nur durch dünne Stege mit dem inneren Gefäß verbunden ist und es wie ein Korb umgibt.
Schades erster Versuch 1958 schlug fehl. Er blieb aber hartnäckig und war 1998 dann endlich erstmals erfolgreich. Dank seiner außergewöhnlichen Fingerfertigkeiten, seiner hohen und spezialisierten Qualifikation, seiner Ausdauer und seiner Besessenheit war damals in etwa 330 Stunden eine erste Diatretglas-Vase entstanden. Dabei ist es nicht geblieben, denn bis heute hat Schade weitere derartige Glasgefäße geschaffen. Doch sein neues gläsernes Kunstwerk übertrifft wohl alle seine bisherigen Werke, sind sich Glasexperten einig, so auch der Weißwasseraner Günter Wehner.

Im Museum und zu Hause
Während einige von Heinz Schades Vasen im Glasmuseum Weißwasser zu bewundern sind, stehen andere wiederum bei ihm zu Hause im Schrank, hier darf nicht einmal Ehefrau Helga Staub wischen, dies übernimmt Schade doch lieber selbst, um die einmaligen Stücke nicht zu beschädigen.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 16.02.2008


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 19.01.2008


 

Glitzerndes, filigranes Kunstwerk: 
Heinz Schade kann mit dieser Diatretvase ein weiteres einmaliges Schmuckstück vorweisen.
Foto: André Kurtas