Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Mitgliederbereich


Mehr als nur Messinstrumente
Historisch und naturwissenschaftlich interessante Ausstellung im Glasmuseum eröffnet

Von Daniel Preikschat
 



Zum Mekka für Hobbymeteorologen und naturwissenschaftlich Interessierte könnte in den nächsten Wochen das Glasmuseum in Weißwasser werden. Fein gearbeitete, historische Thermometer, Barometer und Hygrometer aus dem Fundus des Thermometermuseums im thüringischen Geraberg wollen näher betrachtet sein. Viele Exponate erzählen Geschichte(n), manche laden auch zum Schmunzeln ein.

Eine seltsam anmutende Glaskonstruktion war das, die sich Santorio Santorius 1612 in Padua einfallen ließ. In engen Serpentinen musste sich die Flüssigkeit das Röhrchen nach oben schlängeln. Wenn das passierte, wusste der Arzt – der Patient hat erhöhte Temperatur. Wie viel Grad genau es waren, ließ sich nirgendwo ablesen. Das Fieberthermoskop hatte noch keine Zahlenskala.

Klaus Sturm vom Förderverein des Museums in Geraberg hat noch 69 weitere Messinstrumente im Ausstellungsraum der Gelsdorf-Villa aufgebaut, außerdem Erklärtafeln und Flachbildschirme. Recht viele Exponate auf 60 Quadratmeter Fläche. Sodass Klaus Sturm zu Recht von einer "ziemlich intimen" Ausstellung spricht. Was aber vermutlich der Sache eher dienlich ist. Denn nah herantreten muss der Besucher ohnehin, um die Feinheiten und die Ästhetik der altehrwürdigen Messinstrumente ins Auge fassen zu können, die Skalen, Schriftzüge und dezenten Verzierungen. Allein die hölzerneren Einfassungen, erinnernd an Standuhren mit Pendel, sind sehenswert.

Gerade wenn man weiß, wie alt sie teilweise schon sind. Ein Spezialhygrometer zur Herstellung und Lagerung von Baumwolle wurde 1929 gefertigt, ein Gefäßbarometer mit Papierskala gar schon 1860. Weiter ist der Nachbau eines Barometers zu sehen, das in den 1830-er Jahren auf dem Forschungsschiff des britischen Marineoffiziers und Meteorologen Robert Fitzroy zum Einsatz kam. Eher neckisch wirkt ein Wetterhäuschen, das bei so einer Ausstellung nicht fehlen darf, und ein größeres Fieberthermometer mit Max-und-Moritz-Illustrationen auf Leder.

Klaus Sturm, dessen Vater in Geraberg eine Thermometerfabrik gehörte, ist sich sicher, dass die Exponate in Weißwasser ihre Bewunderer finden werden. In diesem "herrlichen Ambiente" einer stuckverzierten Villa wirkten die guten Stücke noch einmal besonders. Und alles, was mit Glas zu tun hat, stoße in Weißwasser immer auf Interesse. Auch wenn diesmal weniger das Glas selbst die Attraktion ist, sondern das, was sich dahinter verberge. Eine wie immer gut besuchte Ausstellungseröffnung am Freitag, die lange Verweildauer der Betrachter vor den Messinstrumenten und die vielen Nachfragen Neugieriger lassen Sturms Hoffnung berechtigt erscheinen.

Die Ausstellung ist bis zum 7. Juni im Glasmuseum zu sehen.
 

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 16.03.2015


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail: info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung: 20.03.2015
Impressum


 

 Eines von vielen Schmuckstücken der Ausstellung
Foto: D. Preikschat